Mi, 15. August 2018

Licht analysiert

01.03.2012 09:01

ESO-Astronomen "entdeckten" Leben auf der Erde

Mit dem größten Teleskop der Welt haben Astronomen zum Mond geblickt und dabei Leben entdeckt - auf der Erde. Was zunächst absurd klingt, soll der Suche nach einfachem extraterrestrischem Leben auf fernen Planeten dienen, berichteten die Forscher der Europäischen Südsternwarte ESO. Im Fachblatt "Nature" stellen sie ein Verfahren vor, mit dem sich Lebenszeichen aus dem Licht herauslesen lassen, das von erdähnlichen Planeten reflektiert wird.

Um ihre Methode zu testen, nahmen die Forscher um ESO-Astronom Michael Sterzik mit dem Very Large Telescope (kurz: VLT, Bild 3) des Paranal-Observatorium in Chile den Mond ins Visier. "Ein Teil des Sonnenlichts, mit dem die Erde beleuchtet wird, wird zurück ins Weltall reflektiert und trifft auf den Mond", erklärte Sterzik. "Die Mondoberfläche wirkt dann wie ein riesiger Spiegel, der das Licht wieder zurück in unsere Richtung wirft. Dieses schwache Licht haben wir mit dem VLT untersucht."

In diesem sogenannten Erdschein fahndeten die Forscher nach den Fingerabdrücken des Lebens, etwa in Form charakteristischer Häufigkeiten bestimmter Gase in der Atmosphäre. Dazu kombinierten sie zwei Methoden: die Analyse der Spektralfarben des reflektierten Erdlichts und die seiner Schwingungsebene, der sogenannten Polarisation.

Biosignaturen deutlich nachgewiesen
Mit dem als Spektralpolarimetrie bezeichneten Verfahren seien die Biosignaturen deutlich nachzuweisen gewesen, berichtete die ESO. Die Ergebnisse zeigen, dass die Erde teilweise von Wolken bedeckt ist, dass ein Teil der Erdoberfläche von Ozeanen bedeckt ist und – als entscheidenden Nachweis für Leben – dass auf unserem Planeten Vegetation existiert.

Es gelang den Forschern sogar, Unterschiede im Wolken-Bedeckungsgrad und im Ausmaß der Vegetation nachzuweisen, je nachdem, von welchen Teilen der Erdoberfläche das in Richtung Mond reflektierte Licht jeweils stammte.

Aschfahles Mondlicht untersucht
"Wir haben einen Trick angewendet - die Beobachtung des aschfahlen Mondlichts -, um die Erde so zu untersuchen, wie wir Exoplaneten untersuchen würden", erläuterte Sterzik. "Die Spektropolarimetrie könnte uns eines Tages verraten, ob einfaches, auf Photosynthese basierendes pflanzliches Leben auch noch irgendwo anders im Universum entstanden ist."

Bild 2 (aufgenommen am 27. Oktober 2011) zeigt die untergehende schmale Mondsichel über dem Paranal-Observatorium. Neben der schmalen hellen Sichel ist auch die restliche Mondscheibe sichtbar. Dieses Phänomen heißt aschfahles oder aschgraues Mondlicht. Es entsteht, wenn von der Erde reflektiertes Sonnenlicht die Mondoberfläche beleuchtet.

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