Zahl steigt weiter

Kältewelle fordert weitere Opfer: Drei Menschen erfroren

Österreich
11.02.2012 12:27
Die Kältewelle hat in Österreich auch in dieser Woche weitere Kältetote gefordert. So erfror am Freitag eine 62-Jährige nach einem Sturz vor ihrem Haus im Bezirk Hartberg in der Steiermark, Samstag früh ein 90-Jähriger auf dem Gelände eines steirischen Spitals. Bereits am Montag war ein Obdachloser in Tirol tot in einem leer stehenden Haus gefunden worden.

Die 62-jährige Pensionistin wollte am frühen Morgen die Zeitung holen, als sie nur mit Hausschuhen und Schlafrock bekleidet stürzte und vor dem Eingang des Einfamilienhauses schwer verletzt liegen blieb. Ihr Mann fand die 62-Jährige schließlich und alarmierte sofort die Rettung. Die Frau wurde ins Krankenhaus Hartberg gebracht, wo sie jedoch nach Angaben der Polizei am Nachmittag verstarb.

90-Jähriger stirbt vor Krankenhaus
Auch in der steirischen Gemeinde Knittelfeld wurde in der Nacht auf Samstag ein 90-jähriger Mann aus St. Michael in der Obersteiermark tot vor dem Krankenhaus aufgefunden. Der Pensionist war seit 5. Februar wegen eines leichten Schlaganfalls stationär in Behandlung. Gegen 3 Uhr verließ er am Samstag plötzlich - trotz eisiger Temperaturen nur mit einem Pyjama bekleidet - das Gebäude und brach unweit des Krankenhauses zusammen. Laut Polizei dürfte er etwa eine halbe Stunde dort gelegen sein, ehe ihn Passanten fanden. Diese verständigten mehrere Ärzte und den Notarzt, Reanimationsversuche blieben aber erfolglos.

"Leichengeruch kam Kollegen entgegen"
Wie erst bekannt wurde, war bereits am Montag im Tiroler Ort Silz ein 66-jähriger Obdachloser tot in einem leer stehenden Gebäude, das ihm als Schlafstelle diente, gefunden worden. Polizisten hatten in dem Haus Nachschau gehalten, weil der 66-Jährige sein Sozialgeld nicht abgeholt habe. "Wir mussten uns einen Weg durch Müllhalden zu dem Mann bahnen. Leichengeruch kam den Kollegen entgegen", sagte einer der Polizisten. Der Mann sei friedlich dagelegen, wie eingeschlafen. Der 66-Jährige, der im Ort wohlbekannt war, dürfte bereits einige Tage in dem Haus gelegen sein.

"Das Opfer hätte eine Heizmöglichkeit und Geld genug gehabt. In seiner Brieftasche wurden einige Hundert-Euro-Scheine gefunden. Er wollte nie eine weitere Unterstützung haben. Er ist immer seinen eigenen Weg gegangen und hat keinen Ansprechpartner gehabt", so der Silzer Bürgermeister Hermann Föger.

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