Der Wiener Roman Grinberg läutete gemeinsam mit seinem Ensemble das neue jüdische Jahr ein und animierte auch das Salzburger Publikum dazu, laut auf Jiddisch mitzusingen.
Jiddische Jazz-Musik, koschere Speisen und ganz viel Humor: Der Wiener Sänger Roman Grinberg eröffnete am Donnerstagabend in der Stadt Salzburg nicht nur das jüdische Neujahrsfest „Rosh Hashana“. Mit seiner rhythmischen und heiteren Musik schwang er in der Villa Vicina auch die Tür zu seinem jüdischen Leben auf. Und gab den Anwesenden einen eineinhalbstündigen Einblick in die für Salzburg fast vergessene Kultur. „Die Sichtbarkeit ist die Voraussetzung dafür, wahrgenommen zu werden“, sagte Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg.
Wir wollen unsere Religion und unsere Kultur öffentlich zeigen und zur Salzburger Gesellschaft dazugehören.
Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde
Unter strengen polizeilichen Sicherheitsvorkehrungen fanden sich etwa 150 Besucher im unscheinbaren Konzertsaal ein. In dem nicht nur Grinberg mit seinem Ensemble musikalisch glänzte. Humorvoll animierte der jüdische Künstler das ganze Publikum zum Mitsingen und gewann es so bereits nach dem ersten Lied für sich. Mit Klavier, Saxophon, Schlagzeug und Bajan - eine osteuropäische Version des Knopfakkordeons - führten die Musiker die Anwesenden durch einen flotten Jazz. Kaum ein Fuß, eine Hand oder ein Kopf blieb bei den rhythmischen Klängen ruhig.
Bereits als Kind zeigte sich Grinbergs musikalische Begabung, die er nach seinem Aufenthalt in Israel in Wien perfektionierte. Seither arbeitet der 1962 geborene Künstler in der Musikszene. Und bleibt dabei seinen jüdischen Wurzeln treu. Grinberg versucht durch seine Kunst die Musik seiner Vorfahren nicht nur am Leben zu erhalten, sondern diese auch anderen Kulturen und Religionen näherzubringen. So waren am Donnerstagabend auch Vertreter der Landes- und Stadtpolitik wie Wilfried Haslauer, Harald Preuner oder Daniela Gutschi von den jüdischen Klängen begeistert.
Obwohl Grinberg bereits am Freitag für die Neujahrs-Feierlichkeiten wieder zurück nach Wien reisen muss, lässt der Musiker die Stadt an der Salzach nicht in Stille zurück. Denn Rosens Wunsch für das neue Jahr ist, das jüdische Leben weiter in Salzburg zu etablieren. „Und da kann die Kunst helfen. Denn die Kunst baut Brücken, die uns alle miteinander verbindet“, sagt Rosen.
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