Schon seit Tagen wurde darüber spekuliert, welches Gerät sich hinter einem Google-Antrag bei der US-Telekomaufsicht FCC verbirgt. Der Internetkonzern erbat dort die Erlaubnis, von Mitte Jänner an 252 nicht näher bezeichnete Unterhaltungselektronikgeräte ein halbes Jahr lang in Häusern von Mitarbeitern zu testen.
Google hatte bereits im vergangenen Mai den Prototypen einer Android-Musikanlage demonstriert. Das bisher vor allem in Smartphones genutzte Betriebssystem soll nach damaligen Ankündigungen auch verstärkt in Hausgeräten zum Einsatz kommen. Bisher tat sich in dieser Richtung jedoch nicht viel.
Konkurrenz für Apple und Amazon
Ein Google-Unterhaltungssystem würde eine Lücke im Angebot des Konzerns schließen und zugleich den Wettbewerb mit Rivalen wie Apple und Amazon verschärfen. Die Songs könnten aus Googles eigenem Musikdienst kommen. Zudem hat der Konzern große Pläne für seine Videoplattform YouTube. Mit Hunderten neuen Themenkanälen wird sie gerade zu einem Wettbewerber für das klassische Fernsehen ausgebaut.
Auf der Geräteseite setzte Google bisher auf Kooperationen mit etablierten Herstellern. Eine erste Auflage von Settop-Boxen mit dem Namen Google TV, die Fernsehen und Internetangebote verschmelzen sollten, wurde jedoch zu einem teuren Flop. Jetzt wird die Technologie eher in Fernsehgeräte von Partnern wie Sony oder Samsung integriert.
Google will Markt mit günstigen Preisen erweitern
Das Geschäft mit vernetzter Musik liegt derzeit vor allem bei spezialisierten Anbietern wie Sonos. Apple bietet zudem die AirPlay-Technologie an, mit der man Songs von iPhone und iPad drahtlos auf Musikanlagen abspielen kann. Allein dieser Markt sei eigentlich zu klein, als dass sich ein Einstieg für Google lohnen würde, sagte Sonos-Mitbegründer Tom Cullen dem "Wall Street Journal".
Aus Google-Kreisen hieß es dazu, man hoffe, mit günstigeren Preisen den Markt zu erweitern. Ein Google-Gerät mit direktem Zugang zum hauseigenen Online-Shop wäre auch ein Anreiz, die Musik dort herunterzuladen statt etwa beim langjährigen Musik-Marktführer Apple mit seinem iTunes-Store oder Amazon.
Know-how von Motorola
Das Know-how für das neue Gerät könnte Google schon bald im Haus haben: Das Unternehmen ist gerade dabei, den Handy-Pionier Motorola zu übernehmen, der auch ein führender Hersteller von Settop-Boxen in den USA ist.
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