Titel verteidigt

Wieder WM-Gold für die Rodel-Brüder Linger

Sport
10.02.2012 12:41
Andreas und Wolfgang Linger haben bei der Kunstbahn-Rodel-WM im deutschen Altenberg ihren Doppelsitzer-Titel erfolgreich verteidigt. Die Tiroler Brüder setzten sich mit Streckenrekord 0,220 Sekunden vor dem deutschen Duo Toni Eggert/Sascha Benecken durch. Ebenfalls höchst erfreulich: Auch die Bronzemedaille ging mit Peter Penz/Georg Fischler (+0,232) an zwei Österreicher.

Die Doppel-Olympiasieger Linger hatten nach dem ersten Lauf am Freitagvormittag bereits elf hundertstel Sekunden Vorsprung auf die deutschen Lokalmatadore Tobias Wendl und Tobias Arlt. Es war der insgesamt dritte WM-Titel für die Lingers nach 2003 und 2011.

"Was uns jetzt wirklich stolz macht ist, dass wir bei drei Großereignissen in Folge den Titel holen konnten", meinte Andreas Linger im Ziel des Eiskanals. Vor dem Start hatten die Lingers etwas Druck verspürt. "Aber dann waren wir wirklich locker und fokussiert", betonte Wolfgang. Die Liebe zur Bahn in Altenberg, wo sie vor zehn Jahren bereits ihren ersten Weltcupsieg gefeiert hatten, nannten sie als Begründung für ihren klaren Erfolg. "Dazu stimmt bei uns auch das Gesamtpaket derzeit", betonte Linger. "Wir haben am Start nicht zu viel Zeit auf die Deutschen verloren und hatten für diese Temperaturen sensationell gutes Schlittenmaterial."

Gesamtweltcup nächstes großes Ziel
Nach zwei olympischen Gold-Medaillen und dem inzwischen dritten WM-Titel gehen dem 30-jährigen Andreas und seinem 29-jährigen Bruder die Ziele noch nicht aus. "Wir wollen unbedingt heuer noch den Gesamtweltcup gewinnen", betonte Wolfgang. Auch die dritte Olympiamedaille in Sotschi 2014 steht auf der Agenda. "Darauf arbeiten wir auch hin. Das ist unser großes Ziel", gab Andreas zu Protokoll. "Und natürlich werden wir nicht nach Sotschi fahren und sagen, wir wollen unter die Top fünf, da lacht uns jeder aus. Wir kämpfen um unser drittes Olympiagold in Folge."

Peter Penz und Georg Fischler freuen sich wie Sieger
Mit der Sonne um die Wette strahlten in der Winterwunderlandschaft von Altenberg die beiden Tiroler Peter Penz und Georg Fischler nach ihrer Bronzemedaille. Als Fünfte nach dem ersten Durchgang lagen sie am Ende zwölf Tausendstelsekunden hinter den silbernen Deutschen Eggert/Benecken und sechs vor den viertplatzierten Wendl/Arlt, die als Co-Favoriten in das Rennen gegangen, aber im zweiten Lauf vom zweiten auf den vierten Platz zurückgefallen waren.

"Ich bin sicher, wir freuen uns mehr als die Sieger", konnte Penz sich ein Lachen nicht verkneifen. "Unsere erste Medaille bei einem Großereignis. Unglaublich. Dafür haben wir lange hingearbeitet." 2007 bei der Heim-WM in Igls lagen die beiden nach dem ersten Durchgang auf Platz zwei und verhauten den zweiten. Im Vorjahr in Cesana lagen sie bereits auf Bronze-Kurs, stürzten dann aber in der vorletzten Kurve.

"Jetzt haben unser Nerven gehalten. Unser Dank gilt aber auch den Lingers, die uns sehr viel helfen", ergänzte Fischler. Die beiden Tiroler hatten sich nach der Siegerehrung, bei der es neben den Medaillen auch ein Glas mit einem Liter Bier gab, vorgenommen, am Abend so richtig zu feiern. "Jetzt können wir es ja tuschen lassen, weil wir nicht in der Teamstaffel fahren", sagte Penz.

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