Expertentagung

Missbrauchsfälle kosteten Kirche bereits Milliarden

Ausland
08.02.2012 21:14
Die zahlreichen bekannt gewordenen Fälle von Kindesmissbrauch haben die katholische Kirche nach Schätzungen von Experten bislang etwa 1,5 Milliarden Euro gekostet. Diese Summe präsentierten die Mitarbeiter eines US-Hilfswerks in Rom auf einer Kirchenkonferenz, die sich mit den Skandalen befasst. In ihre Rechnung bezogen sie die Kosten für Entschädigungen, Untersuchungen, Prozesse und die Behandlung von Opfern mit ein.

Die Summe stehe jedoch "in keinem Verhältnis" zum Verlust der Unschuld der betroffenen Kinder und Erwachsenen, erklärten sie. "Für eine einzelne Seele gibt es keinen Preis." Bemi und Neal wiesen die Konferenzteilnehmer auf zahlreiche psychische Krankheiten hin, unter denen die Opfer leiden, auf ihre langwierige Behandlung und auf die angerichteten innerfamiliären Schäden. Die beiden Experten leiten ein Kinderschutzprogramm des US-Hilfswerks National Catholic Services.

Papst Benedikt XVI. hatte die viertägige Konferenz Montag eröffnet. Dort diskutieren rund 200 Würdenträger und Kirchenexperten aus aller Welt hinter verschlossenen Türen über Maßnahmen zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in der katholischen Kirche. Die Konferenz endet am Donnerstag.

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