15.01.2012 20:26 |

Genauer Ort unklar

Teile von Sonde "Phobos-Grunt" in den Pazifik gestürzt

Die nach ihrem Start außer Kontrolle geratene russische Raumsonde "Phobos-Grunt" ist am Sonntag wie erwartet unkontrolliert auf die Erde gestürzt. Die beim Eintritt in die Atmosphäre nicht verglühten Teile des 120-Millionen-Euro teuren Apparats versanken nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums gegen 18.45 Uhr MEZ im Pazifik.

Demnach wurde die rund 13,5 Tonnen schwere Raumsonde, die Metallteile von insgesamt zwei Tonnen enthielt, beim Eintritt in die Atmosphäre von der Hitze zerrissen. Einheiten der militärischen Weltraumaufklärung hätten den Absturz von Bodenstationen aus registriert. Auch das deutsche Fraunhofer FHR hat mithilfe seiner Großradaranlage TIRA (die Abkürzung steht für Tracking and Imaging Radar) Phobos-Grunts Orbit über Europa verfolgt. Auf den Aufnahmen (Bild 2) erkennt man deutlich die ausgeklappten Solarpanels (Mitte) und den Tankring (unten).

Nähere Angaben zum Ort des Absturzes machte der Sprecher der russischen Verteidigungsministeriums, Alexej Solotuchin, vorerst nicht. Raumfahrt-Experten hatten Prognosen immer wieder korrigiert und zuletzt als möglichen Absturzort den Atlantik genannt. Eine Gefahr für Menschen in bewohnten Gebieten durch nicht verglühte Teile hatte zwar als sehr gering gegolten, war aber nicht ausgeschlossen worden. So war kurzzeitig auch ein Absturz über Argentinien befürchtet worden.

Nach Fehlstart um die Erde gekreist
Die tonnenschwere Sonde, die zum Marsmond Phobos fliegen sollte, schlug nach ihrem Fehlstart am 9. November nicht die gewünschte Richtung ein, sondern kreiste in immer engeren Bahnen um die Erde. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos geht davon aus, dass die Giftstoffe im Tank der 120 Millionen Euro teuren "Phobos-Grunt" sowie radioaktives Kobalt an Bord der Sonde beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht sind.

Mit der ersten interplanetaren Mission seit 15 Jahren hatte die Raumfahrt-Nation Russland nach vielen Rückschlägen international wieder Eindruck machen wollen - und scheiterte.

Moskau fordert Aufklärung der Pleite
Der russische Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin hat nach dem Absturz von "Phobos-Grunt" mit Nachdruck die Aufklärung der Panne verlangt. Er fordere die Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau auf, bis 31. Jänner die Gründe für das Scheitern der Marsmond-Mission und die Namen der Schuldigen vorzulegen, schrieb Rogosin in einem Eintrag beim Kurznachrichtendienst Twitter am Montag.

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