10.01.2012 13:15 |

"Sicherheits-Pleite"

Picasso-Diebstahl in Athen offenbart: Kein Geld für Wärter

Der Diebstahl eines Picasso-Werks aus der Nationalen Pinakothek in Athen am Montagmorgen hat jetzt die prekäre Lage in griechischen Museen offenbart. Zum Zeitpunkt des Einbruchs, bei dem auch zwei weitere Kunstwerke entwendet worden waren, war nur ein Wärter im Dienst. Wegen der dramatischen Finanzlage sei kein Geld vorhanden, um zusätzliche Sicherheitsleute einzustellen, will die Nachrichtenagentur dpa von Quellen innerhalb des Museums erfahren haben.

Die Leitung der Nationalen Pinakothek schweigt bislang zu dem Kunst-Diebstahl, eine angekündigte offizielle Erklärung lag auch am Dienstag nicht vor. "Die Sicherheitsmaßnahmen im Museum waren praktisch nicht vorhanden", kritisierte indessen der griechische Minister für Bürgerschutz Christos Papoutsis am Dienstag im Radio. Ein einzelner Wachmann sorgt demnach in der Nationalgalerie im Athener Zentrum für die Sicherheit unzähliger nationaler und internationaler Kunstschätze.

Picasso-Bild auf bis zu 2 Millionen Euro geschätzt
Das gestohlene Werk Pablo Picassos, "Frauenkopf", könnte etwa einen Wert von bis zu zwei Millionen Euro haben, schätzten Experten am Dienstag im Rundfunk. Picasso soll das Bild 1939 gemalt haben und es den Griechen 1949 für ihren Kampf gegen den Faschismus im Zweiten Weltkrieg geschenkt haben. Auch ein weiteres gestohlenes Bild des niederländischen Künstlers Piet Mondrian sei den Schätzungen zufolge etwa eine Million Euro wert. Die Einbrecher hatten zudem eine Zeichnung auf Papier des italienischen Malers Guglielmo Caccia entwendet.

Polizei sieht spezialisierte Kunstdiebe am Werk
Die Polizei hat mittlerweile Interpol eingeschaltet. Sie vermutet, dass spezialisierte Kunstdiebe im Auftrag von reichen Sammlern den Einbruch organisiert haben. "Verkaufen kann man sie nicht, da jeder sofort weiß, woher sie stammen", sagte ein Offizier der Polizei gegenüber der dpa am Dienstag. Da die meisten dieser spezialisierten Einbrecher bekannt seien, versuche die Polizei nun festzustellen, wo sie sich am Montag befanden, hieß es.

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