10.01.2012 20:42 |

Heck bald versunken

Neuer Öl-Alarm vor Neuseeland - "Rena im Todeskampf"

Im Fall des vor Neuseeland havarierten Schiffs "Rena" jagt eine Hiobsbotschaft die andere: Das Heck ist größtenteils versunken, ein weiteres Ölleck wurde entdeckt und im Meer treiben Container, die die Schiffahrt und Schwimmer gefährden. Umweltminister Mick Smith sieht das Schiff bereits im "Todeskampf".

"Unsere Priorität ist es, die Umweltschäden so gering wie möglich zu halten", berichtete der Umweltminister am Dienstag. Er gehe aber davon aus, dass nur noch weniger als zehn Tonnen Öl auslaufen können.

Wie hoch die verbliebene Menge Öl an Bord ist, weiß niemand so genau. Kurz nach dem Unglück am 5. Oktober waren 360 Tonnen Öl aus dem Schiff ausgelaufen. Mehr als 2.000 Vögel verendeten und zahlreiche Strände wurden verschmutzt. Mehr als 1.000 Tonnen Öl wurden abgepumpt, doch blieben unerreichbare Reste zurück. Taucher sollen das gesunkene Wrackteil untersuchen. Doch traut sich keiner in die Nähe, solange der Stahlkoloss noch in Bewegung ist.

Um neuen Schlick von den Küsten fernzuhalten, sicherten die Behörden den Strand von Maketu rund 50 Kilometer südlich des Unglücksortes mit schwimmenden Barrieren. Helfer seien in Alarmbereitschaft, sollten Öllachen in Küstengewässern auftauchen, teilte die Schifffahrtsbehörde MNZ mit.

Heck konnte bislang nicht stabilisiert werden
Unterdessen scheiterten Versuche, das Heck mit Schleppern in eine stabilere Position zu ziehen. Dafür konnten sich erstmals wieder Bergungsspezialisten auf dem Bugteil des Schiffes abseilen, um die Lage von dort zu beobachten, berichtete die Schifffahrtsbehörde.

Das Wrack liegt nur 22 Kilometer vor der Küste auf dem Astrolabe-Riff. Abgerutschte Container, die an der Oberfläche schwammen, wurden von Schleppern fortgezogen, um sie in ruhigem Gewässer bergen zu können.

Dennoch werden an den nahe gelegenen Stränden wie Waihi immer mehr Container angespült, teilweise intakt, teilweise aufgerissen. "Es quillen beispielsweise Holz, Milchpulver und Reifen hervor - es ist alles ein Riesendurcheinander", berichtete Augenzeuge Hayden Murray. Viele Schaulustige kamen, um die Container zu sehen. Es kursierten Berichte über Plünderer, aber die Polizei bestätigte das nicht.

Gefahr für Schiffsverkehr und Schwimmer
Die Schifffahrtsbehörde MNZ warnte Schwimmer und Fischer vor den Wrackteilen und Containern, die die Strömung bis zu 160 Kilometer weiter Richtung Südosten spülen könnte. Die Marine ist im Einsatz, um die wichtigsten Schifffahrtsstraßen nach gesunkenen Containern abzusuchen.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter