04.01.2012 09:09 |

Sieg mit 8 Stimmen

Romney gewinnt erste Vorwahlen der Republikaner

Mit nur acht Stimmen Vorsprung hat Mitt Romney die erste Vorwahl der Republikaner zur Kür ihres Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl für sich entschieden. Der frühere Gouverneur von Massachusetts lieferte sich bei der Abstimmung im US-Bundesstaat Iowa bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem sozial-konservativen Ex-Senator Rick Santorum. Am Ende entfielen 30.015 Stimmen auf Romney und 30.007 Stimmen auf Santorum, wie die Republikaner am frühen Mittwochmorgen mitteilten.

Romney und Santorum kamen damit auf jeweils rund 24,5 Prozent. Das ist das knappste Ergebnis, das je bei einer Vorwahl in Iowa erzielt wurde. Santorum, Ex-Senator aus Pennsylvania, war eigentlich als Außenseiter gehandelt worden, hatte zuletzt aber überraschend aufgeholt und profiliert sich nun als Alternative zum Favoriten Romney.

Auf Platz drei landete der liberale Kongressabgeordnete Ron Paul mit 21,5 Prozent. Deutlich weniger Stimmen erreichten in Iowa der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich (13 Prozent), der frühere texanische Gouverneur Rick Perry (10 Prozent) und die Kandidatin der Tea-Party-Bewegung, Michele Bachmann (5 Prozent).

Perry kündigte nach der enttäuschenden Platzierung an, seine Kandidatur überdenken zu wollen. "Ich habe mich entschieden, nach Texas zurückzukehren, um die Ergebnisse der Vorwahl auszuwerten und zu entscheiden, ob es für mich in diesem Rennen noch nach vorne gehen kann", sagte der 61-Jährige, der durch einige Aussetzer bei Fernsehdebatten seine gute Ausgangslage verspielt hatte. Eine mit Perrys Kampagne vertraute Person sagte, dass dem Texaner das Geld ausgehe und er nicht bereit sei, sich zu verschulden.

Vorwahlen in Iowa haben eher Symbolcharakter
Bei den sogenannten Caucuses (Parteiversammlungen) waren Republikaner überall in Iowa zu Wahlversammlungen zusammengekommen, um über die Bewerber zu diskutieren und abzustimmen. Die Bedeutung der Vorwahlen ist vor allem symbolisch: Die Stimmen aus dem kleinen Bundesstaat fallen bei der landesweiten Kandidatenkür kaum ins Gewicht. Allerdings kann der Sieger für sich in Anspruch nehmen, den ersten wirklichen Test an der Wahlurne gewonnen zu haben.

Als Faustregel gilt: Wer in Iowa gewinnt, hat die Kandidatur noch längst nicht in der Tasche. Wer aber schlecht abschneidet, dem droht die finanzielle Unterstützung abzubröckeln.

Vorwahlkampf geht nun erst richtig los
Nach Iowa finden am 10. Jänner die zweiten Vorwahlen in New Hampshire statt, anschließend folgen in dichtem Takt weitere Abstimmungen. Als letzter der 50 Bundesstaaten hält Utah Ende Juni seine Vorwahlen ab. Auf dem republikanischen Parteitag in Tampa, Florida, Ende August wählen die Delegierten aus den Bundesstaaten dann offiziell den Herausforderer von Präsident Barack Obama bei den Wahlen am 6. November 2012.

Obama kämpferisch: "Wir brauchen vier weitere Jahre"
Unterdessen stimmte Obama seine Anhänger in Iowa mit kämpferischen Worten auf das Wahljahr ein. "Wir haben viel getan und wir haben noch viel mehr zu tun. Darum brauchen wir vier weitere Jahre", sagte der US-Präsident am Dienstagabend in einer Videokonferenz, die bei den Caucuses der Demokraten in Iowa übertragen wurde. Da Obamas Kandidatur innerparteilich nicht umstritten ist, ist der demokratische Nominierungsprozess dieses Mal lediglich Formsache.

Obama pries in seiner Ansprache den Abzug der US-Truppen aus dem Irak und die Gesundheitsreform als Höhepunkte seiner bisherigen Amtszeit. "Wir haben bereits einen Wandel gesehen. 2012 geht es darum, die Menschen in Amerika daran zu erinnern, welchen Weg wir schon zurückgelegt haben", sagte er. Obama hatte vor vier Jahren die demokratischen Vorwahlen in Iowa für sich entschieden und damit den Grundstein für seinen Siegeszug ins Weiße Haus gelegt.

Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage muss Obama jedoch um seine Wiederwahl bangen. Seine Zustimmungswerte liegen in Umfragen derzeit deutlich unter 50 Prozent. Die republikanischen Bewerber fahren bereits heftige Attacken gegen den Präsidenten. Sie werfen Obama vor, Unternehmen mit zu viel staatlicher Einmischung in Ketten gelegt zu haben und für die lahmende Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich zu sein.

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