Mo, 23. Juli 2018

Triebtäter-Urteil

21.12.2011 11:59

D: Mörder von Mary-Jane muss lebenslang in Haft

Er verging sich an dem Mädchen und tötete es aus Angst davor, entdeckt zu werden: Für den schweren sexuellen Missbrauch und den Mord an der siebenjährigen Mary-Jane ist der 38-jährige Tino L. (Bildmitte) jetzt in Deutschland zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Meiningen in Thüringen sprach von einer "ganz verabscheuungswürdigen Tat" und stellte die besondere Schwere seiner Schuld fest.

"Das ist eine Sache, die über einen normalen Mord hinausgeht", stellte der Vorsitzende Richter Wolfgang Feld-Gerdes bereits zu Prozessbeginn fest. Jedoch spreche seine Reue für Tino L., ergänzte Feld-Gerdes bei der Urteilsverkündung. Die Feststellung der besonderen Schwere der Tat verlängert die Haftdauer in der Regel um mehrere Jahre.

Reuiger Brief an Mary-Janes Eltern
Beim Prozess hatte ein Gutachter Tino L. zwar eine sekundäre pädophile Neigung bescheinigt, ihn aber als voll schuldfähig eingestuft. Er habe einen niedrigen Intelligenzquotienten. Die Anklage warf Tino L. vor, die Misshandlung der Grundschülerin wochenlang geplant zu haben. Der 38-Jährige nahm das Urteil regungslos entgegen. Zuvor hatte das Gericht einen Brief des Angeklagten an Mary-Janes Eltern verlesen: Er verstehe selbst nicht, was für ein furchtbarer Mensch er sei, schreibt der 38-Jährige darin.

Der Fall Mary-Jane hatte in Deutschland für Aufsehen gesorgt: Tino L. hatte gestanden, das Mädchen am 24. Juni auf dem Heimweg vom Schulhort abgepasst und in seiner Wohnung missbraucht zu haben. Am Morgen darauf führte er sie aus Angst vor der Entdeckung in ein Waldstück und würgte sie mit dem Gürtel eines Bademantels. Um sicher zu gehen, dass das kleine Mädchen starb, legte er es mit dem Gesicht nach unten in einen Bach. Mary-Jane ertrank. Wanderer fanden ihre Leiche.

38-Jähriger dank DNA überführt
Auf die Spur von Tino L. kam die Polizei durch Aussagen von Zeugen, die berichteten, der Mann habe wiederholt Kinder vom Balkon aus beobachtet. Ein angebliches Alibi des 38-Jährigen, der zuletzt in einer Wäscherei arbeitete, erwies sich zudem als falsch. Endgültig überführt wurde er durch eine freiwillige Speichelprobe: Die DNA-Spuren stimmten überein. Nach seiner Festnahme Anfang Juli legte Tino L., der ein Bekannter der Familie des Opfers ist, schließlich ein Geständnis ab.

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