So, 22. Juli 2018

Schweizer Studie

15.12.2011 12:22

"Fingerabdrücke" auf Erbgut erzählen Geschichte der Zelle

Forscher am Friedrich-Miescher-Institut (FMI) in Basel haben eine Art "Fingerabdrücke" am Erbgut entdeckt. Die Identifikation dieser Muster erlaubt Rückschlüsse auf das Schicksal und die Geschichte der Zelle und soll unter anderem helfen, jene Vorgänge zu entschlüsseln, die zu Krankheiten wie Krebs führen.

Ein Lacksplitter, ein Fingerabdruck oder eine hinterlassene Faser - mit den Augen kaum zu erkennende Spuren helfen Kriminalisten, Rückschlusse auf den Tathergang zu ziehen. Auf der Suche nach Hinweisen, wie die enorme Anzahl unserer Gene reguliert wird, haben Wissenschaftler des FMI nun entdeckt, dass Proteine, die an DNA binden, spezifische molekulare Muster, ähnlich einem Fingerabdruck, hinterlassen. Die Proteine bestimmen die Aktivität eines Gens.

Dabei gibt es zwischen den Zelltypen und den Entwicklungsstadien der Zellen deutliche Unterschiede in ganz bestimmten Regionen des Erbgutstrangs. Eine Grafik des FMI (Bild) zeigt diesen Unterschied zwischen Stammzellen (oben) und neuronalen Vorläuferzellen (unten). Diese molekularen Muster werden von Transkriptionsfaktoren genannten Eiweißen durch gezielte Manipulationen auf der DNA herbeigeführt, wie die Studie zeigt.

Einsatz in der Krebsforschung geplant
Die Forscher um Dirk Schübeler wollen ihre Resultate zum Beispiel in der Krebsforschung zum Einsatz bringen, teilte das Institut in einer Aussendung mit. Die Fingerabdrücke an den Krebszellen können nämlich Hinweise darauf geben, welche Zellprozesse und Eiweiße von ihrem vorgesehenen Weg abgekommen sind und so zu einer Tumorbildung geführt haben.

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