So, 19. August 2018

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01.12.2011 09:58

Forscher finden Schwachstelle des Malaria-Erregers

Ein britisch-schweizerisches Forschungsteam hat Dutzende Moleküle entdeckt, ohne die der Erreger der tödlichen Tropenkrankheit Malaria nicht überleben kann. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass sich diese Schwachstellen ausnutzen lassen, um neue Medikamente gegen den Erreger zu entwickeln.

Die Wissenschaftler untersuchten eine Gruppe von Molekülen namens Proteinkinasen. Diese Enzyme befestigen ganz bestimmte Verbindungen an diverse Eiweiße in der Zelle und verändern so deren biologische Eigenschaften. Auf diese Weise sind die Kinasen unerlässlich für diverse überlebenswichtige Vorgänge im Körper.

Forscher schalten Moleküle ab
Ein Team um Christian Doerig von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne und Andrew Tobin von der Universität Leicester hat nun untersucht, was mit dem Malaria-Erreger Plasmodium falciparum passiert, wenn einzelne Proteinkinasen in ihm nicht mehr arbeiten.

In aufwendiger Arbeit schalteten die Forscher nacheinander jede einzelne von 65 Kinasen in gentechnisch veränderten Plasmodien aus. Es zeigte sich, dass 36 dieser Enzyme essenziell für den Parasiten sind. "Wenn wir diese Proteine abschalten, töten wir den Malaria-Erreger", wird Doerig in einer Mitteilung der Uni Leicester zitiert.

Hoffnung auf neue Medikamente
Die Enzyme sind demnach zuständig für diverse lebenswichtige Prozesse: Sie helfen bei der Bildung von Erbgutkopien, beim Eindringen des Parasiten in Blutzellen oder beim Anhaften an der Zelle. Laut den Wissenschaftlern gibt es zudem deutliche Unterschiede zwischen den Proteinkinasen im Malaria-Erreger und jenen des Menschen.

Die Forscher hoffen deshalb, dass sich die Enzyme als Angriffspunkte für Malaria-Medikamente eignen. "Wir fahnden jetzt nach Wirkstoffen, die Proteinkinasen ausschalten", sagte Doerig. "Wenn wir solche finden, haben wir neue Wege, um den Malariaparasiten zu töten." Die Wissenschaftler stellten ihre Resultate im Fachmagazin "Nature Communications" vor.

Jedes Jahr 800.000 Malaria-Tote
Weltweit sterben jedes Jahr rund 800.000 Menschen an Malaria. Die meisten sind Kinder in Afrika. Die Krankheit wird ausgelöst von einem einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium, der durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke ins menschliche Blut gelangt.

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