Zu dieser Erkenntnis kamen die Forscher aufgrund der Altersbestimmung eines fossilen Mastodon-Rippenknochens, in dem noch ein Teil einer Waffenspitze steckt. Demnach wurde das Tier vor etwa 13.800 Jahren erlegt - und damit deutlich bevor die Clovis-Kultur in Amerika aufblühte.
Damit seien die Clovis-Menschen auch nicht allein verantwortlich für den späteren Niedergang des Großwilds in Nordamerika, schreiben die Wissenschaftler aus Dänemark und den USA im Fachblatt "Science". "Dies ist ein sicherer Beweis, dass die Menschen bereits viel früher in Nordamerika lebten als bisher angenommen. Die "Clovis First"-Theorie, die bisher als erwiesen galt, dürfte damit endgültig widerlegt sein", meinte Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen in einer Aussendung.
Rippenknochen und Speerspitze mit Kohlenstoffanalyse datiert
Der Rippenknochen stammt aus einer Grabungsstelle im US-Bundesstaat Washington. Dort wurde bereits zwischen 1977 und 1979 ein einzelnes Amerikanisches Mastodon (Mammut americanum) ausgegraben. Einzelne Knochen des Tieres waren zerbrochen, von anderen waren Stücke abgeschlagen worden. So kamen bald Zweifel auf, ob der Rippenknochen mit der Projektilspitze tatsächlich zu dem Skelett gehört oder später an die Fundstelle gelangte.
Die Forscher um Michael Waters von der Texas A&M University in der Stadt College Station datierten nun mithilfe einer Kohlenstoffanalyse den Rippenknochen des Mastodons neu. Die Untersuchung ergab, dass alle Proben gleich alt sind, nämlich etwa 13.800 Jahre. Eine Computertomographie zeigte weiter, dass es sich bei der Projektilspitze um ein zugespitztes Stück Knochen handelt. Sie drang etwa 2,5 Zentimeter in die Rippe ein und brach dann ab. Die nordamerikanischen Großtierarten unterlagen somit einer sehr viel längeren Zeit einem Jagddruck, resümieren die Wissenschaftler.
Bilder: University of Copenhagen
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