Sa, 18. August 2018

Kovats zieht zurück

28.09.2011 16:33

Verkauf von A-Tec an Contor vorerst geplatzt

Der Verkauf der börsenotierten A-Tec des Industriellen Mirko Kovats "bleibt bis zuletzt spannend", kommentierte Gläubigervertreter Hans-Georg Kantner die ergebnislose Abhaltung der außerordentlichen Hauptversammlung am Mittwoch. Kovats hat seinen Antrag auf Zustimmung zum Angebot der Contor Industries nun doch zurückgezogen. Der Verkauf des insolventen Konzerns ist damit vorerst geplatzt.

Kovats begründete dies damit, dass der Investor für die Montanwerke Brixlegg aufgrund der Penta-Klage abgesprungen sei. Dadurch würden nun 90 Millionen Euro fehlen. Das Contor-Angebot hätte nur vollständig angenommen werden können, betonte Kovats und wies darauf hin, dass bis 30. September das Geld in Höhe von rund 200 Millionen Euro beim Sanierungsverwalter Matthias Schmidt einlangen müsse.

Man sei in Verhandlungen mit der Penta und wolle demnächst eine Hauptversammlung ausschreiben, sagte Kovats. Sein Anwalt Norbert Abel wies in Beantwortung von Aktionärsfragen darauf hin, dass für den Fall, dass das Geld nicht fristgerecht beim Treuhänder auf dem Konto landet, Schmidt die A-Tec im Interesse der Gläubiger verkaufen müsse. A-Tec-Aufsichtsratschef Freimut Dobretsberger meinte, dass "alle A-Tec-Organe die kommenden 48 Stunden" dazu nutzen wollen, um das Beste für die Gesellschaft zu erreichen.

Kovats zufolge wurde die Penta-Klage am Montag zugestellt. Seither habe A-Tec drei Tage Zeit, eine Stellungnahme abzugeben, so Kovats. Sollte die beantragte Klage durchgehen, dann kann das Contor-Angebot nicht angenommen werden, hieß es auf der Hauptversammlung. Kovats bestätigt noch einmal "zum Mitschreiben" für die Aktionäre: "Es wird mit Penta verhandelt." Penta zufolge soll man aber noch weit von einer Einigung entfernt sein.

Kovats kämpft "um sein Leiberl"
Kovats kämpfe "um sein Leiberl", wie Gläubigervertreter Kantner nach der Hauptversammlung erklärte. Daher schließt Kantner nicht aus, dass der A-Tec-Mehrheitseigentümer und -Chef noch Karten im Ärmel habe, ob es Trümpfe seien, könne man derzeit nicht sagen.

Am 5. September hatte der A-Tec-Vorstand an Contor Industries, einem "rechtlichen Vehikel" für den Verkauf von A-Tec-Beteiligungen, den Zuschlag für die A-Tec-Beteiligungen gegeben. Die Montanwerke Brixlegg hätten an die in Genf beheimatete Solistice International Investments verkauft werden, hinter der der pakistanische Milliardär Alshair Fiyaz stehen soll.

Penta brachte Unterlassungsklage ein
Vergangene Woche haben sich die Ereignisse dann überschlagen: Der nicht zum Zug gekommene Investor Penta brachte eine Unterlassungsklage samt Einstweiliger Verfügung gegen A-Tec ein. Ziel der Klage ist es, die Verkaufsverhandlungen mit Contor wegen Nichteinhaltung der gerichtlich festgelegten Details im Verkaufsprozess zu Fall zu bringen, so Penta. Als Reaktion darauf soll Solistice einen Tag danach laut Kovats vom Kauf abgesprungen sein, sodass die Hauptversammlung das Contor-Angebot nicht absegnen könne.

Die Klage vom tschechisch-slowakischen Interessenten Penta gegen A-Tec habe das Contor-Paket destabilisiert, sagte Kantner. Sollte Schmidt ab 1. Oktober die gesamte Verwertung der A-Tec im Interesse der Gläubiger vornehmen, glaubt Kantner, dass dies relativ rasch, nämlich in wenigen Monaten, erfolgen könnte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.