Fr, 17. August 2018

Partie gedreht

29.09.2011 20:53

Sturm Graz gewinnt in EL bei AEK Athen in letzter Minute 2:1

Mit einem 2:1-Sieg bei AEK Athen hat Sturm Graz am Donnerstag in der Europa League die ersten Punkte in der laufenden Saison geholt. Nach dem Auftakt-1:2 gegen Lok Moskau vor zwei Wochen drehte Österreichs Meister mit einem Doppelschlag von Thomas Burgstaller (87.) und Mario Haas (92.) im Finish eine schon verloren geglaubte Partie und rückte auf Platz zwei der Gruppe L punktegleich mit Moskau vor.

Ein Eigentor von Joachim Standfest hatte in der 50. Minute das 0:1 bedeutet, ab der 53. Minute agierten die Grazer mit einem Mann mehr. Nach acht Auswärtspartien im Europacup ohne Sieg durften die "Blackies" in der Fremde erstmals wieder jubeln. Souveräner Gruppenerster ist Anderlecht, das im Parallelspiel bei Lok Moskau durch Treffer von Suarez (11.) und Mbokani (71.) mit 2:0 siegte. Die Belgier gastieren am 20. Oktober als nächster Gegner von Sturm in Graz.

Jungstar Stangl zeigte Nerven
Dass Trainer Franco Foda in der Startformation Youngster Stefan Stangl Routinier Jürgen Säumel vorzog, hätte sich in der 6. Minute fast gerächt: Ein verunglückter Rückpass des 19-Jährigen landete beim eigentlich im Abseits stehenden Beleck, der aus wenigen Metern sichtlich überrascht über die Gelegenheit am Tor vorbeischoss.

Zwei Minuten später musste Goalie Silvije Cavlina einen Direktschuss von Ex-Barca-Spieler Gudjohnsen parieren, auch gegen Guerrero (17.) war der Kroate gefragt. Der Drang Athens ließ in der Folge immer stärker nach, schließlich bekamen rund 10.000 Fans im 70.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion passend zur müden Kulisse eine etwas eingeschlafene Partie geboten.

Das Substrat der ersten Hälfte: Sturm, das lediglich einen Torschuss abgegeben hatte, war ohne Gegentreffer geblieben und durfte weiter hoffen. Doch kurz nach Wiederbeginn wurde man kalt erwischt: Carlos schloss einen Konter mit einem Heber über Cavlina ab, der zurücklaufende Standfest versuchte per Kopf zu klären, lenkte den Ball aber per Latte ins eigene Tor.

AEK-Kapitän flog mit Gelb-Rot vom Platz
Dass Sturm weiter an Punkte denken durfte, hatte man nicht zuletzt Traianos Dellas zu verdanken. Der 35-jährige Europameister von 2004 betätigte am Boden liegend mit den Händen die Notbremse und sah dafür in der 53. Minute Gelb-Rot. Doch auch mit einem Mann mehr hatte Sturm gegen die nunmehr defensiv orientierten Hausherren wenig auszurichten, weiterhin fand man keine echten Chancen vor.

Totale Sturm-Offensive in der Schlussphase
Nach der Einwechslung von Mario Haas zusätzlich zu Darko Bodul und Imre Szabics agierten die Gäste in den letzten 20 Minuten mit drei Sturmspitzen. Weil wie so oft in den jüngsten Partien die Ideen fehlten, schien der Ausgleichstreffer aber nicht mehr zu gelingen. Beste Chance blieb vorerst ein Kopfball von Burgstaller (83.), der aber Beute von AEK-Goalie Arabatzis wurde.

Als viele schon mit der Niederlage rechneten, schlug Sturm doch noch zu: Über Szabics und Standfest kam der Ball zu Burgstaller, der aus wenigen Metern zum Ausgleich traf (87.). Haas avancierte schließlich in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum Matchwinner, nachdem er einen perfekten Pass von Szabics in die Maschen gesetzt hatte (92.).

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