Guten Morgen

Streithähne | Eierlüge

Mit jedem neuen Tag im roten Streit um die Parteispitze wagen sich - mehr oder weniger - gewichtige Funktionäre aus der Deckung, um sich zu deklarieren. Hans Peter Doskozil hat seine Bürgermeister, Pamela Rendi-Wagner ihre Frauen. Dachte sie: Mit Elvira Schmidt bekennt sich nun die erste Landesfrauenvorsitzende offen zum Burgenländer, statt zur eigenen Parteichefin. Doskozil habe im Burgenland mit dem 2000-Euro-Mindestlohn gezeigt, dass er es verstehe, Politik für Frauen zu machen, so die Niederösterreicherin. Ein Schlag für Rendi-Wagner, ein Freudentag für ihren Kontrahenten? Mitnichten. Denn auch Doskozil muss zittern. Mit heute umso mehr: In der „Krone“ kündigt die Sozialistische Jugend an, geschlossen eine Wahlempfehlung für Andreas Babler abzugeben. „Er verkörpert glaubwürdig, dass er Politik von unten nach oben machen will“, streuen sie dem linken Bürgermeister von Traiskirchen rote Rosen. Anstelle der beschädigten Streithähne Rendi-Wagner und Doskozil solle er für Aufbruchstimmung sorgen und bei den nächsten Wahlen überzeugen. Apropos Hähne. Die fragen auf den neuen Social-Media-Sujets der SPÖ: „Neu im Stall?“ Ausgerechnet ein Tier, das laut schreit und früh im Suppentopf endet als Symbol für neue Mitglieder? Oder doch der Hinweis: Achtung, in dieser Partei regieren die Streithähne?

Hätte man wenigstens Hühner gewählt - die stehen zumindest für Produktivität. Bis zu 320 Eier legt eine Henne pro Jahr, 233 davon verspeisen jede Österreicherin und jeder Österreicher im Schnitt. Heute, am Gründonnerstag, traditionell mit Spinat und Erdäpfeln. In meiner Kindheit war die Herkunft klar: Die Eier von Omas Hühnern, der Spinat von Brennnesseln aus dem Garten, die Erdäpfel aus dem Keller des Nachbarn. Wer keine Hendl-haltende Oma oder einen Hühnerbauern des Vertrauens hat, dem raten Konsumentenschützer zur Vorsicht: Denn sobald ein Ei gekocht, gefärbt und so im Handel zu erwerben ist, fällt die Kennzeichnungspflicht. Und dann landen schnell Eier aus Käfighaltung - bei uns verboten, bei der Einfuhr aus dem Ausland jedoch erlaubt - im Osternest. Ein schaler Beigeschmack, der sich recht einfach vermeiden lässt: rohe - und gekennzeichnete - Eier kaufen, selber färben. Geht sich zeitlich noch leicht bis zur Osterjause aus, macht ein gutes Gewissen - und Spaß! (ts)

Einen schönen Gründonnerstag!

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