Do, 21. Juni 2018

Fall Cain

22.09.2011 12:06

Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs eingestellt

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat die im Fall Cain gegen die Staatsanwaltschaft Feldkirch, die Jugendwohlfahrt und die Polizei eingeleiteten Verfahren eingestellt. Die Behörden waren vom BZÖ und vom Tiroler Kinderschutzverein Luca angezeigt worden, weil sie Hinweise nicht ausreichend verfolgt und die Lage falsch beurteilt hätten. Sie vermuteten Amtsmissbrauch und unterlassene Hilfeleistung.

Die Prüfung habe aber keine strafrechtlich relevanten Tatbestände erbracht, erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Martin Ulrich. Die Ermittlungen hätten acht Monate gedauert. Man habe sich mit zahlreichen Akten der in den Fall involvierten Stellen befasst, diese geprüft und auch Einvernahmen durchgeführt. Hinsichtlich des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs habe man jedoch keinen wissentlichen Befugnismissbrauch feststellen können.

Bezüglich der Anzeige wegen des Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen hätte sich ebenfalls kein Verdacht ergeben, erklärte der Sprecher. Die Behörden hätten aufgrund der vorliegenden Informationen keine Gefahr für das Kind erkennen können.

Der dreijährige Cain war am Abend des 8. Jänner in einer Bregenzer Wohnung tot aufgefunden worden, nachdem der mutmaßliche Täter die Rettung verständigt hatte. Die Mutter war zur Tatzeit bei der Arbeit. Während gegen den 26-Jährigen Mordermittlungen laufen, werden gegen die Frau Erhebungen wegen einer möglichen Verletzung ihre Fürsorge- und Obhutpflichten geführt.

Psychiatrisches Gutachten in Arbeit
Noch fehlt ein psychiatrisches Gutachten, das klären soll, ob der 26-Jährige zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war und ob die Voraussetzungen für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher vorliegen.

Die Expertise wird von Gerichtspsychiater Reinhard Haller erstellt, gegen dessen Einsatz sich der Pflichtverteidiger des Beschuldigten, Edgar Veith, mit einer Beschwerde erfolglos wehrte. Er lehne Haller ab, weil dieser bereits öffentlich von Mord gesprochen habe, argumentierte Veith.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.