Mi, 15. August 2018

Für Landwirte

20.09.2011 15:37

Online-Rechner der TU Graz zeigt Nachhaltigkeit an

Österreichische Landwirte können mit einem an der TU Graz entwickelten Online-Rechner ab sofort selbst überprüfen, in welchem Ausmaß sich ihre Wirtschaftsweise auf die Umwelt auswirkt. Beim Rindfleisch könne beispielsweise über die Wahl der Futtermittel und der biologischen Erzeugung derselben eine Reduktion des Umweltdrucks von über 60 Prozent erreicht werden, wie Umwelt- und Verfahrenstechniker Michael Narodoslawsky schilderte.

Der "ökologische Fußabdruck" ist ein Maß für die Nachhaltigkeit. Bereits Mitte der 1990er-Jahre hat eine Gruppe um Narodoslawsky und Christian Krotschek die Berechnungsmethode nach dem "Sustainable Process Index" (SPI) entwickelt, bei der alle Stoff- und Energieflüsse, die für ein Produkt oder eine Dienstleistung notwendig sind, in Flächen umrechnet werden: Je größer die Fläche des Fußabdrucks, desto höher ist die Belastung für die Umwelt. Der neue Online-Rechner für Landwirte bewertet nach dieser Methode.

Der Rechner untersucht biologisch und konventionell produzierte Produkte auf den "ökologischen Druck", den ihre Herstellung hinterlässt. "Es gibt ganz massive Unterschiede", so Narodoslawsky bei der Präsentation des "Fußabdruckrechners" .

Im Bereich von Rindfleisch, Eiern, Rohmilch, Speisekartoffeln, Körnermais und Äpfeln sei durchwegs eine Reduktion von zwei bis fünf Faktoren ausmachbar, schilderte der Grazer Wissenschaftler. Bei Rindfleisch bringe beispielsweise die Mutterkuhhaltung - bei der Kraftfutter entfällt und Grundfutter aus Biobetrieb eingesetzt wird - im Vergleich zur konventionellen Stiermast eine Reduktion des Umweltdrucks um den Faktor vier.

Dünger und Pflanzeschutz haben starken Einfluss
Die Art des Düngers und des Pflanzenschutzes seien für den um zwei Drittel geringeren ökologischen Fußabdruck bei der biologischen Speisekartoffelproduktion verantwortlich. Die stärkste Reduktion des Umweltdrucks konnte Narodoslawsky - je nach Einsatz unterschiedlicher Methoden des Pflanzenschutzes - bei Äpfeln ausmachen.

Hier ist eine Reduktion um den Faktor fünf erzielbar. Für sämtliche Vergleiche mit dem konventionellen Anbau wurden Daten von österreichischen Biobetrieben und dem Bioland Ernteverband sowie Berechnungen aus den "Deckungsbeiträgen und Daten für die Betriebsplanung" der Landwirtschaftskammer herangezogen.

Der größte ökologische Druck im Biolandbau generell gehe vom Maschineneinsatz aus, so Narodoslawsky. Beim Treibstoff könne er beispielsweise um rund 50 Prozent durch die Nutzung von Biodiesel aus Pflanzen im biologischen Anbau gegenüber fossilem Diesel reduziert werden. Hingegen sei die Verwendung von konventionellen Biotreibstoffen ökologisch nur geringfügig besser als die von Benzin oder Diesel.

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