Di, 21. August 2018

Bis zu 5 Jahre

19.09.2011 16:01

Hohe Haftstrafen für 4 Burschen nach Raubüberfällen

Hohe Haftstrafen sind am Montag im Grazer Straflandesgericht über vier Jugendliche verhängt worden. Die Burschen im Alter von 15 bis 18 Jahren wurden wegen zahlreicher Raubüberfälle, bei denen sie zwei Messer verwendet hatten, nicht rechtskräftig zu 20 Monaten bis fünf Jahren Haft verurteilt. Anführer war der Jüngste der Angeklagten: Der erst 15-jährige mutmaßliche Drogendealer soll die anderen animiert haben, seine "Kunden" zu berauben.

"Das ist ein durchaus nicht alltägliches Verfahren", meinte Staatsanwältin Katharina Posch gleich zu Beginn. Denn als Drahtzieher der zugrundeliegenden zwölf Raubüberfälle soll der erst 15-Jährige agiert haben, der Jüngste in der Gruppe. Er verkaufte Drogen und kam dann laut Anklägerin auf die Idee, seine Kunden von seinen Freunden ausrauben zu lassen. "Die Übergabe fand immer an Orten statt, die schwer einsehbar waren und daher der optimale Ort, um einen Raub zu begehen", führte die Staatsanwältin aus.

"Da will man mehr Spaß haben"
Neben einigen Handys erbeuteten die vier - das Verfahren gegen einen fünften ebenfalls Beteiligten wurde zu Beginn ausgeschieden - einige Hundert Euro Bargeld. Alle waren von Anfang an geständig, "auch das ist nichts Alltägliches", wie ihnen die Anklägerin zugestand. Der Haupttäter gab als Begründung an: "Ich habe Drogen genommen, da will man mehr Spaß haben."

Angeklagte ohne Begründung für ihr Mitmachen
Der "Spaß" hörte sich allerdings auf, als er seine Freunde für die Überfälle mit Messern ausstattete, was er beim Prozess ebenfalls sofort zugab. Die anderen konnten nicht wirklich begründen, warum sie mitgemacht hatten. Einer bezeichnete das Ganze als "Ausrutscher", ein anderer meinte: "Ich kann mir das selbst nicht erklären." Auch "Geld zum Billardspielen gebraucht" wurde als Motiv genannt.

Der Schöffensenat hatte kein Verständnis für die Taten der Burschen und verhängte unbedingte Freiheitsstrafen. Einer der Beschuldigten wurde zu 20 Monaten, ein Brüderpaar zu jeweils zwei Jahren und der 15-jährige Anführer zu fünf Jahren Haft verurteilt. Die Angeklagten und ihre Eltern waren sichtlich geschockt über die hohen Strafen, sie erbaten sich Bedenkzeit.

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