Di, 13. November 2018

Zur Durchleitung

16.09.2011 12:37

Geldwäscher suchen immer öfter Online-Komplizen

Geldwäscher suchen zur Verwischung ihrer Spuren immer öfter Komplizen im Internet, wie das deutsche Bundeskriminalamt und die Finanzaufsicht Bafin am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wiesbaden feststellten. Meist handele es sich bei den Komplizen um Privatkunden, die oft online einkauften und ihr Konto gegen eine Provision für die Durchleitung illegaler Gelder zur Verfügung stellten.

"Das sind diejenigen, die am Ende der Nahrungskette sitzen. Die kriegt man fast immer", sagte Bafin-Exekutivdirektor Michael Sell. Er warnte davor, sich auf derartige Lockangebote einzulassen, die das vermeintlich schnelle Geld versprechen. Die Urteile der Gerichte seien eindeutig.

Besonders schwierig wird es nach den Worten von BKA-Präsident Jörg Ziercke dann, wenn die Gelder nicht mehr eins zu eins weitergeleitet würden, sondern sich die Spuren über den Online-Handel verlieren. Immer öfter erwerben die sogenannten "Finanzagenten" hochwertige Waren wie Computer oder Mobiltelefone und schickten diese gegen Provision an Adressen weiter, die von Hintermännern vorgegeben würden.

BKA und Bafin räumten ein, dass Privatleute mitunter auch unwissentlich zu Komplizen von Geldwäschern werden können - etwa über den Diebstahl von Kontodaten, die dann missbraucht werden. Dies sei aber eher seltener der Fall als das bewusste Abschöpfen von Provisionen.

Zahl der Verdachtsanzeigen um 22 Prozent gestiegen
Insgesamt sei die Zahl der Verdachtsanzeigen nach dem Geldwäschegesetz in Deutschland im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf gut 11.000 angestiegen. "Das ist ein absoluter Höchststand seit Inkrafttreten des Geldwäschegesetzes im Jahr 1993", betonte Ziercke. In knapp der Hälfte der Fälle erhärtete sich der Verdacht. 90 Prozent der Anzeigen kamen von den Kreditinstituten, die Auffälligkeiten melden müssen, wie Sell erläuterte. Er vermisse ein ähnliches Engagement anderer Unternehmen.

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