Di, 21. August 2018

Nicht am Lehrplan

15.09.2011 14:32

Demonstrieren als Schulausflug? Veto von Stadtschulrat

Demonstrieren als Schulausflug? Dem Ansinnen von Schülern der Wiener AHS Rahlgasse, quasi Lehrplan-konform gegen überschrittene Klassenschülerhöchstzahlen in mehr als der Hälfte der Klassen, Klassenzusammenlegungen sowie die Streichung von Werteinheiten für unverbindliche Übungen zu protestieren und vors Unterrichtsministerium zu ziehen, hat der Wiener Stadtschulrat am Donnerstag einen Riegel vorgeschoben. Protestiert wurde trotzdem: Aber halt nur vor ihrem Schulgebäude, mit Schildern à la "7A: 34 SchülerInnen" oder "2A: 27 SchülerInnen".

Am Mittwoch hatten Lehrkörper, Elternverein und Schülervertretung der AHS Rahlgasse in Wien-Mariahilf den Protestmarsch – tituliert als "Lehrausgang zur politischen Bildung" – angekündigt. Dazu kam allerdings umgehend das Nein vom Stadtschulrat – weil es "rechtlich nicht gedeckt ist, eine Protestkundgebung als Schulausflug" zu bezeichnen, hieß es.

Gespräche "in allernächster Zukunft"
Man nehme die Sorgen der Schüler, Lehrer und Eltern jedoch ernst, Gespräche sollen "in allernächster Zukunft" folgen. Das Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied kündigte zudem "nach mehreren Gesprächsrunden mit dem Stadtschulrat" bereits für den Nachmittag ein weiteres Gespräch mit Vertretern der Schulpartnerschaft an. Der AHS Rahlgasse seien "schon jetzt kleinere Lerngruppen" und "dafür entsprechend mehr Lehrkräfte angeboten worden".

Auch Rechnungshof kritisiert Schulrealität
Hintergrund der Proteste: An Volks-, Haupt- und Polytechnischen Schulen hat die Klassenschülerzahl als Richtwert 25 zu betragen – Abweichungen sind nur aus besonderen Gründen wie z.B. dem Erhalt von Schulstandorten zulässig. Für die AHS-Unterstufe wurde der Höchstwert 25 festgesetzt, wobei eine Überschreitung um 20 Prozent erlaubt ist, um Abweisungen von Schülern zu vermeiden.

Der Rechnungshof hatte bereits Anfang des Jahres in einem Bericht kritisiert, dass der Richtwert einer Klassenschülerhöchstzahl von 25 vor allem an AHS-Unterstufen oft überschritten wird.

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