Di, 21. August 2018

Ölleitung angezapft

12.09.2011 15:39

Über 120 Tote bei Pipeline-Explosion in Kenia

Bei der Explosion einer Pipeline in Kenia sind am Montag über 120 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei ereignete sich das Unglück in einem Armenviertel der Hauptstadt Nairobi. Die Opfer haben offenbar versucht, die Ölleitung anzuzapfen, und sind im darauffolgenden Feuer verbrannt.

Die Leitung explodierte im Industriegebiet Lunga Lunga, das in einem dicht besiedelten Slum liegt. Ein Sprecher des Roten Kreuzes sagte, dass Menschen versucht hatten, Öl abzuzapfen. Dabei kam es - aus bislang ungeklärter Ursache - zu einer Explosion. Laut dem britischen TV-Sender BBC könnte möglicherweise ein Streichholz das Unglück ausgelöst haben.

Explosion, Rauch und Flammen
Wie ein Augenzeuge berichtete, habe die Pipeline ein Leck gehabt, worauf Slumbewohner herangeströmt seien, um das austretende Öl aufzufangen. Plötzlich habe es einen lauten Knall gegeben, Rauch und Flammen seien in den Himmel geschossen.

Das Feuer habe sich rasend schnell ausgebreitet, berichteten kenianische Medien. Die Menschen hätten keine Chance gehabt zu fliehen. Viele seien in dem Flammeninferno bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Zeugen berichteten von Dutzenden verkohlten Leichen. Feuerwehrleute versuchten, den Brand mit Chemikalien unter Kontrolle zu bringen, Polizei und Soldaten sperrten die Unglücksstelle ab und evakuierten umliegende Gebäude.

Der Slum mit mehreren Hunderttausend Einwohnern verläuft zu beiden Seiten einer Pipeline der staatlichen Kenya Pipeline Company. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit mehrfach versucht, das Armenviertel räumen zu lassen.

Austretendes Öl lockt Arme an
Pipeline-Lecks und Tankwagenunglücke locken in Afrika häufig große Mengen von Armen an, die Treibstoff stehlen wollen. Dabei kommt es immer wieder zu durch Funken ausgelösten Großbränden mit zahlreichen Opfern. 2009 kamen 122 Menschen durch ein Feuer ums Leben, als sie versuchten, aus einem verunglückten Tanklaster Benzin abzuzapfen.

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