Do, 16. August 2018

Nach bis zu 15 Jahren

12.09.2011 10:27

Britische Polizei befreit 24 Männer aus der Sklaverei

Ein regelrechtes modernes Sklavenimperium hat die britische Polizei am Sonntag bei einer Großrazzia nördlich von London ausgehoben. 24 Männer aus Osteuropa und England sollen teilweise bis zu 15 Jahre lang unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Arbeit gezwungen worden sein. Fünf mutmaßliche Sklavenhalter wurden verhaftet. Ihre Opfer fand die Polizei unterernährt und völlig verwahrlost vor.

Bei den 24 Männern im Alter von 20 bis 50 Jahren handelt es sich um Obdachlose und Alkoholiker, die von vermeintlichen Arbeitsvermittlern u.a. in Suppenküchen angeheuert worden waren, wie Chefinspektor Sean O' Neil mitteilte. Ihnen seien ein Verdienst von 80 Pfund (rund 92 Euro) am Tag sowie Kost und Logis versprochen worden.

In Pferdeboxen und Hundezwingern gehaust
Stattdessen seien die Männer dann aber auf einem Campingplatz in der Ortschaft Leighton Buzzard rund 70 Kilometer nördlich von London wie Sklaven gehalten und zu unbezahlter Arbeit gezwungen worden. Sie mussten in den schlimmsten Fällen "in Pferdeboxen, Hundezwingern und alte Wohnwagen" hausen, wie ein Bericht der BBC dokumentiert. Die Männer hätten zudem kein Geld und nur "sehr, sehr kleine Essensrationen" bekommen, sagte O' Neil.

Allen neuen "Rekruten" sei bei ihrer Ankunft der Kopf rasiert und ihr weniges Hab und Gut, darunter auch ihre Mobiltelefone, weggenommen worden. Von frühmorgens bis spätabends mussten sie dann eine Reihe zermürbender manueller Tätigkeiten verrichten, darunter etwa Asphaltierungsarbeiten.

200 Beamte, Hunde und Hubschrauber im Einsatz
Die mutmaßlichen Sklavenhalter hätten ihren Opfern damit gedroht, sie zusammenzuschlagen, falls sie versuchten zu fliehen, sagte O' Neil weiter. Mehrere Männer, denen trotzdem die Flucht gelungen sei, hätten aber schließlich die Behörden alarmiert. Als Abschluss einer daraufhin gestarteten verdeckten Operation nahmen dann am Sonntag mehr als 200 Beamte bei einer groß angelegten Razzia vier Männer und eine Frau fest. Auch eine Hundestaffel und Polizeihubschrauber waren im Einsatz.

Die befreiten Männer stammen den Angaben der Polizei zufolge aus England, Polen und Rumänien. Einer von ihnen war 15 Jahre gegen seinen Willen auf dem Campingplatz festgehalten worden. "Die Männer waren in einem schlechten Gesundheitszustand und mussten in schockierend dreckigen und engen Verhältnissen hausen", sagte der Chefinspektor.

Sie hatten keinen Zugang zu fließendem Wasser, keine Toilette und keine Waschgelegenheiten. Einige der Befreiten seien dermaßen unterernährt, dass sie nur langsam wieder an eine normale Ernährung gewöhnt werden könnten, so der Polizist. Alle wurden in ein Krankenhaus gebracht.

"Sie müssen die volle härte des Gesetzes spüren"
Auf dem Campingplatz, auf dem die Arbeiter untergebracht waren, wurden bei der Razzia auch Waffen, Drogen und Geld gefunden. Den fünf Verdächtigen droht bei einer Verurteilung bis zu sieben Jahre Gefängnis, weitere Verhaftungen könnten laut Polizei folgen, sobald die Befragung der Opfer abgeschlossen ist.

"Wenn diese Menschen für schuldig befunden werden, müssen sie die volle Kraft des Gesetzes spüren. Gerichte müssen die Botschaft aussenden, dass es keinen Platz für die Sklaverei in Großbritannien gibt", forderte Paul Donohoe, Sprecher der Lobbying-Gruppe "Anti Slavery".

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