Di, 21. August 2018

US Open

02.09.2011 23:41

Melzer verliert Fünf-Satz-Thriller gegen Kunizyn

Jürgen Melzer ist am Freitag in der zweiten Runde der US Open in New York ausgeschieden. Der als Nummer 17 gesetzte Niederösterreicher, der im Vorjahr bis ins Achtelfinale vorgestoßen war, musste sich nach rund dreieinhalb Stunden dem Russen Igor Kunizyn mit 6:3, 3:6, 6:1, 2:6, 6:7(5) geschlagen geben. Im Tiebreak hatten ihn nur zwei Punkte vom Sieg getrennt. Der 30-Jährige wird damit im ATP-Ranking an Boden verlieren.

Melzer war der letzte Österreicher im Einzel der 131. Auflage der US Open im Bewerb, die restlichen drei ÖTV-Spieler, Andreas Haider-Maurer, Tamira Paszek und Mayr-Achleitner waren allesamt schon in der ersten Runde gescheitert. Melzer war nach seinem frühen Aus natürlich unzufrieden. "Es war für mich das erwartet schwierige Match. Ich spiele noch nicht so wie ich mir das vorstelle, das weiß ich, da brauche ich mich nicht anlügen. Es ist halt sehr up and down. Der Aufschlag war nicht vorhanden heute. Wenn du dir jeden Punkt erspielen musst, ist es schwierig."

Melzer, der in den Wochen vor den US Open einer Oberschenkelzerrung erlitten und dadurch Matchpraxis verpasst hat, habe den Anfang des zweiten Satzes "verschlafen" und nach einem souveränen dritten Durchgang einen Breakball zum 2:0 im vierten Satz nicht genützt.

Viermal Schläger gewechselt
"Wenn ich den mache, hätte ich wahrscheinlich die Partie gewonnen", glaubt Melzer, der während des Matches insgesamt vier Schläger ausprobierte und mit verschiedenen Bespannungshärten experimentierte. "Es ist schade, weil man steht so lange drinnen und kämpft, das kann man mir nicht abstreiten. Mit 5:4 im Tiebreak im fünften zu führen, und dann mache ich bei 5:5 zwei Eigenfehler, die tun weh."

Für den 30-jährigen Niederösterreicher ist das Turnier aber noch nicht vorbei. Er spielt am Samstag noch sein Zweitrunden-Doppel an der Seite von Philipp Petzschner (GER) gegen die Israeli Jonathan Erlich/Andy Ram. Danach gilt die gesamte Konzentration dem Davis-Cup-Play-off vom 16. bis 18. September in Belgien. Melzer und Co. wollen in Antwerpen unbedingt den Klassenerhalt in der Weltgruppe schaffen.

Scharapowa scheitert an Pennetta
Der Damen-Bewerb verläuft weiter überraschungsreich. Von den Top Acht der Setzliste befand sich nach fünf Tagen bloß noch die Hälfte im Bewerb. Die Weltranglistenvierte Maria Scharapowa, die meistgenannte Favoritin neben Serena Williams, scheiterte am Freitag in Runde drei überraschend mit 3:6, 6:3, 4:6 an der 29-jährigen Italienerin Flavia Pennetta.

Nach zweieinhalb Stunden musste die Nummer drei des Turniers vollkommen fertig die Segel streichen, in ihrem allerletzten Aufschlagsspiel gewann sie keinen einzigen Punkt mehr. Pennetta feierte damit im Herbst ihrer Karriere einen ihrer größten Erfolge. Zwar erreichte die Italienerin bereits 2008 und 2009 in New York das Viertelfinale, ihre damaligen Siege über Wera Swonarewa (RUS/2008) und Amelie Mauresmo (FRA/2009) fanden aber nicht annähernd die Beachtung wie der erkämpfte Triumph über Scharapowa.

Pennetta stieß vor zwei Jahren als erste Italienerin in die Top Ten der Einzel-Weltrangliste vor. Ein Jahr später stand sie als Nummer eins im Doppel als erste Italienerin an der Spitze einer Tennis-Weltrangliste. Mit dem Triumph über Scharapowa machte sie aber deutlich, dass man sie nicht als Doppelspezialistin abstempeln darf.

Murray drehte Spieß noch um
Vor dem Aus stand auch Andy Murray. Die Nummer vier des Herrenturniers lag gegen den Niederländer Robin Haase 0:2-Sätze zurück, ehe er den Spieß noch umdrehte.

Der Schotte, der immer noch auf seinen ersten Grand-Slam-Titel wartet, setzte sich letztlich mit 6:7, 2:6, 6:2, 6:0 und 6:4 durch. "Ich weiß es nicht", antwortete Murray auf die Frage, wie er denn das Match noch gedreht hat. "Ich habe mich in den ersten beiden Sätzen schlecht bewegt und habe viele Fehler, die ich sonst nicht mache, begangen. Danach habe ich mich gezwungen, mich besser zu bewegen." Warum er so langsam gestartet ist, konnte er nicht begründen. "Man hat halt einfach manchmal solche Tage." Der Finalist von 2008 war 2009 im Achtelfinale und im Vorjahr schon in Runde drei ausgeschieden.

Nur zwei Sätze musste der als Nummer zwei gesetzte Titelverteidiger Rafael Nadal spielen. Bei einer 6:2-6:2-Führung gab Gegner Nicolas Mahut (FRA) auf. Er war bereits der 14. Spieler in dieser Woche, der entweder aufgeben musste oder gar nicht antreten konnte. "Er hat beim Aufschlag Schmerzen gefühlt, das hat er mir gesagt. Es ist nicht schön, so zu gewinnen, aber das passiert eben manchmal", sagte Nadal, der es im Kampf um einen Achtelfinalplatz nun mit dem argentinischen Routinier David Nalbandian zu tun bekommt.

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