Do, 16. August 2018

Tragischer Tod

27.08.2011 09:40

16-Jähriger bei Generalstreik in Chile erschossen

Die massiven Proteste gegen die Erziehungspolitik haben in Chile am Freitag ein Todesopfer gefordert: Ein 16-jähriger Jugendlicher wurde durch einen Schuss getötet, als sich zum Abschluss eines zweitägigen Generalstreiks Demonstranten und Polizei in der Hauptstadt Santiago de Chile eine Straßenschlacht lieferten. 153 Polizisten und 53 Zivilisten seien verletzt worden. 1.394 Menschen wurden nach Angaben des Innenministeriums festgenommen.

Der 16-jährige Manuel Gutierrez war im Stadtteil Macul an den Folgen eines Schusses in die Brust gestorben. Augenzeugen zufolge wurde der Jugendliche getroffen, als er einen kleinen Übergang überquerte. Seine Familie machte die Polizei für den tödlichen Schuss verantwortlich. "Die Regierung erwartet, dass der Tod des jungen Mannes schnell aufgeklärt wird", sagte Vizeminister Rodrigo Ubilla.

175.000 Menschen auf der Straße
Die nächtlichen Krawalle konzentrierten sich auf die Vororte der Hauptstadt Santiago sowie die Umgebung von Universitäten. Dabei wurden auch brennende Barrikaden errichtet. Chile müsse "traurig sein, weil wir nicht alle in der Lage waren, uns friedlich und geordnet zu verhalten, um die großen Probleme und Herausforderungen dieses Landes zu bewältigen", erklärte Ubilla.

Am Donnerstag waren im ganzen Land rund 175.000 Menschen auf die Straße gegangen, davon 50.000 in Santiago. Nach Angaben des Energiekonzerns Chilectra fiel bei 50.000 Einwohnern der Hauptstadt wegen Vandalismus während der Proteste der Strom aus.

600.000 nahmen an Gewerkschaftsstreik teil
Zu dem Streik hatte die führende chilenische Gewerkschaft CUT aufgerufen, um den Forderungen von Studenten nach Reformen im Bildungswesen Nachdruck zu verleihen. Bei den seit drei Monaten andauernden Protesten werden eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie eine bessere Ausstattung staatlicher Schulen gefordert.

Bei den Demonstrationen ging es zudem um bessere Arbeitsbedingungen von Krankenhauspersonal und Rettungskräften. Nach Angaben der CUT nahmen 600.000 Menschen an dem Streik teil sowie 80 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Dem Arbeitsministerium zufolge beteiligten sich lediglich neun Prozent der Beamten. Auch Forderungen an die Regierung des rechtsgerichteten Präsidenten Sebastian Pinera nach einer Verfassungsreform und einer Senkung der Steuern auf Treibstoff wurden bei den Protesten laut.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.