Mo, 20. August 2018

70 in Kastenwägen

23.08.2011 18:38

Schleppertransport wegen harmlosem Unfall aufgeflogen

Ein Autolenker, der einen ungarischen Kastenwagen nach einem Blechschaden-Unfall an der Wiener Stadtgrenze verfolgte, hat einen riesigen Schlepper-Transport auffliegen lassen: Denn in dem Transporter sowie einem weiteren Fahrzeug waren insgesamt 70 Personen wie Ölsardinen eingepfercht.

Zu dem glücklicherweise harmlosen Unfall war es gegen 9 Uhr auf der A4 gekommen, als eine 29-jährige Ungarin beim Überholen das Fahrzeug eines Unbeteiligten streifte und anschließend von der Autobahn flüchtete.

Unzahl an Menschen stiegen aus Laderaum aus
Der Wiener folgte der Ungarin bis nach Simmering in eine Sackgasse im Bereich Mannswörtherstraße/Warneckestraße (siehe Bild), wo die Fahrerin und ihr 24-jähriger Beifahrer aus Serbien stoppten und plötzlich eine Unzahl Menschen aus dem Laderaum aussteigen ließen. "Ab diesem Zeitpunkt wusste er, dass er es hier nicht mit Reisegruppen zu tun hatte", so Polizeisprecher Roman Hahslinger.

Fast zeitgleich mit dem Wiener war auch die Polizei, die der Mann von unterwegs eigentlich wegen der Fahrerflucht alarmiert hatte, am Ort des Geschehens eingetroffen. Was diese da noch nicht wusste: Etwa zur selben Zeit ließ ein 25-jähriger mutmaßlicher Komplize aus Ungarn in der Zinnergasse ebenfalls mehrere Personen aus einem zweiten Kastenwagen aussteigen. Das kam Zeugen spanisch vor, die ebenfalls die Exekutive verständigten. Der Fahrer flüchtete zunächst, konnte allerdings etwas später auf der Ostautobahn im Bezirk Bruck/Leitha angehalten werden.

70 geschleppte Personen befreit
Die Ungarin sowie die beiden Männer wurden verhaftet, die Beamten befreiten 70 geschleppte Personen aus Indien, Afghanistan, Pakistan und Bangladesch. Sie wurden ins Erstaufnahmezentrum nach Traiskirchen gebracht.

Die weiteren Ermittlungen wurden vom Landeskriminalamt übernommen. Wo die geschleppten Menschen an Bord genommen wurden und wohin die Reise gehen sollte, stand vorerst nicht fest.

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