23.08.2011 09:46 |

Planung durchkreuzt

Prozess zieht sich in Länge, weil "Porno-Richter" ausfällt

Die Suspendierung eines Salzburger Richters, der auf seinem privaten Computer kinderpornografisches Material heruntergeladen haben soll (mehr siehe Infobox), bringt den auf Wochen im Voraus festgelegten Verhandlungsplan am Landesgericht ordentlich durcheinander. Ein für Dienstag angesetzer Prozess wegen Mordversuchs kann zwar stattfinden, ein seit 15 Jahren laufendes Betrugsverfahren zieht sich aber weiter in die Länge.

Der wegen des mutmaßlichen Besitzes von Kinderpornos einstweilig suspendierte Richter wird nun in der Nervenklinik stationär behandelt und niemand glaubt daran, dass er jemals als Strafrichter ans Salzburger Landesgericht zurückkehrt.

Also muss sich wieder ein anderer Jurist in die Tausenden Seiten eines Verfahrens einlesen, das vor 15 Jahren im deutschen Brandenburg begann. Ein Salzburger (50) soll beim Umbau eines russischen Militärflughafens das dortige Wirtschaftsministerium und Banken durch Subventions- und Kreditbetrug um Millionen geprellt haben.

Ein erster Prozess platzte, weil sich der Angeklagte nach Österreich abgesetzt hatte. Dann erklärte sich ein Salzburger Richter für befangen, jetzt folgte die Malaise rund um die Kinderporno-Affäre...

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