16.01.2023 16:24 |

Visa-Verbote etc.

Schallenberg: „Gegenüber Russland Augenmaß wahren“

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) hat in Bezug auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine dafür plädiert, gegenüber Moskau Augenmaß zu bewahren. „Wir dürfen nicht über das Ziel hinausschießen, indem wir zum Beispiel ein Visaverbot für 144 Millionen Russen einführen“, sagte Schallenberg am Montag. Russland werde Teil der europäischen Geschichte und Kultur bleiben.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Der Außenminister betonte, dass es keinen Zweifel an der uneingeschränkten Unterstützung der Ukraine in ihrem Kampf um Souveränität und territoriale Integrität gebe. „Der von Russland angezettelte brutale Angriffskrieg ist Wahnsinn. Gleichzeitig müssen wir aber auch an den Tag danach, die Woche danach und die Monate danach denken“, sagte Schallenberg laut seiner Sprecherin bei einer Konferenz der französischen Elitehochschule Sciences Po in Paris.

OSZE-Treffen: Schallenberg kritisiert Ausladung Lawrows
Denn die europäische Sicherheitsarchitektur werde auch in Zukunft auf die eine oder andere Weise Russland als ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat und als Atommacht einbeziehen müssen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) müsse beibehalten werden, forderte Schallenberg und kritisierte erneut die Ausladung des russischen Außenministers Sergej Lawrows vom jüngsten OSZE-Treffen in Polen.

„Die OSZE ist eine der wenigen verbliebenen Plattformen, auf denen russische Diplomaten sitzen und sich unsere Argumente, unsere scharfe Kritik am russischen Angriffskrieg anhören müssen“, so der Außenminister. „Augenmaß zu bewahren“ nannte Schallenberg als eine der größten Aufgaben für das Jahr 2023. Eine weitere sei es, die Einheit zu bewahren. „Unser heutiges Handeln wird über den Status der freien Welt in den kommenden Jahren entscheiden“, betonte er.

Zitat Icon

Unser heutiges Handeln wird über den Status der freien Welt in den kommenden Jahren entscheiden.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP)

Treffen mit französischer Amtskollegin
Nach seinem Auftritt bei der Konferenz traf Schallenberg im Rahmen seines eintägigen Besuchs in Paris auch zu einem ersten bilateralen Gespräch mit seiner Amtskollegin Catherine Colonna, die seit Mai 2022 französische Außenministerin ist, zusammen.

Gesprächsthemen waren vor allem die Zukunft der Europäischen Union und die EU-Beitrittsbestrebungen der Westbalkanländer. Schallenberg betonte beim Treffen mit Colonna, dass eine stabile europäische Sicherheitsarchitektur unter Ausblendung Russlands nicht vorstellbar sei, hieß es im Anschluss. Thematisiert worden sei auch die Situation in Mali, Burkina Faso bzw. der Sahel-Zone und der russische Einfluss in der Region.

 krone.at
krone.at
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kommentare lesen mit
Jetzt testen
Sie sind bereits Digital-Abonnent?