Noch vor Ferienende

Tauwetter: Jetzt rinnen uns die Skipisten davon

Österreich
03.01.2023 06:00

Das Tauwetter reicht bis in hohe Lagen - die Wintersaison wird damit zur Zitterpartie.

So positiv die Wintersaison begonnen hatte, so schnell entwickelte sie sich zur Zitterpartie für die heimische Tourismuswirtschaft. Binnen weniger Tage schmolz auch in höher gelegenen Skigebieten der Schnee dahin, vielerorts durchschneiden nur noch weiße Bänder die grau-grüne Landschaft.

Kein Bundesland konnte dem Tauwetter entrinnen, wie ein aktueller Rundblick zeigt. Kurz: Vom Semmering bis zum Arlberg herrscht mit ganz wenigen Ausnahmen akuter Schneemangel. Kleine Ski-Gebiete haben den Betrieb teils komplett eingestellt, in den größeren sind viele Anlagen ebenfalls gesperrt.

Am Montag waren etwa in Lackenhof am Ötscher (NÖ) vier von acht Liften (davon zwei Zauberteppiche) und nur zwei von 16 Pisten-Kilometern geöffnet. Eine Spur besser sieht es in Bad Kleinkirchheim (Kärnten), aus, wo man am Wochenende auf Minusgrade in der Nacht hoffen darf. In Oberösterreich hingegen apern die Pisten zusehends aus: So musste beispielsweise der Sternstein, Hausberg der Linzer, am Neujahrstag eine Betriebsunterbrechung verkünden.

Viele Buchungen in Weihnachtsferien
Dabei herrschte bei den Hoteliers und Hüttenwirten im Land zuletzt noch Aufbruchstimmung. Die Buchungslage in den Weihnachtsferien sei sehr gut gewesen, so Robert Seeber, Tourismus-Obmann der Wirtschaftskammer, „die Gäste, vor allem Familien, haben sich Alternativen wie Wellness oder Kutschenfahrten gesucht.“ Für die kommenden Wochen seien die Touristen bei Buchungen noch abwartend. Seeber: „Wir hoffen natürlich, dass der Schnee zurückkehrt.“

Interview: „Der heiß ersehnte Schnee ist bis Ferienende nirgends in Sicht“
Ubimet-Meteorologe Konstantin Brandes prophezeit, dass der Winter noch längere Zeit Pause macht.

„Krone“: Waldviertel, also im hohen Norden Niederösterreichs, und anderswo flattern schon die Zitronenfalter. Auch Gänseblümchen blühen. Das ist wohl für diese Jahreszeit nicht normal?
Brandes: Der Auftakt 2023 war fernab der Normalität. Wir hatten Montagmittag 18,4 Grad Celsius in Bludenz - das ist ein neuer Jännerrekord. Der alte stammt mit 18,1 aus dem Jahr 1960.

Meterologe Konstantin Brandes (Bild: Andreas Scheiblecker)
Meterologe Konstantin Brandes
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Ein massiver Wintereinbruch mit Kälte und Flockenfall ist jedenfalls weit und breit noch nicht in Sicht.

Meterologe Konstantin Brandes

Und in der Tour geht es weiter, oder ist endlich der heiß ersehnte Schnee in Sicht? Denn die jetzige Situation treibt ja die Touristiker angesichts grüner Pisten zur Verzweiflung.
Diese Hoffnung muss ich leider dämpfen. Ganz so extrem mild geht es in den kommenden Tagen zwar nicht weiter, wir bleiben aber auf einem für diese Jahreszeit viel zu hohen Temperatur-Niveau. Ein massiver Wintereinbruch mit Kälte und Flockenfall ist jedenfalls weit und breit noch nicht in Sicht.

Das Wetter wird also bis zum Sonntag weiterhin verrückt spielen und uns auf absehbare Zeit eine weiße Pracht vorenthalten?
Was die kommenden sieben bis neun Tage betrifft, definitiv ja. Am Donnerstag und Freitag kommen außerdem vom Innviertel bis zum Burgenland Böen von bis zu 70 km/h auf.

Was sagen uns die Wetterkarten darüber hinaus?
Das ist natürlich noch sehr unsicher.

Okay, dann bleiben wir eben in dieser Woche.
Dienstag überquert uns eine schwächere Kaltfront. Diese hat aber aus meteorologischer Sicht kaum Niederschlag im Gepäck. Und im Osten wird es paradoxerweise trotz Kaltfront sogar milder, weil die kühle Nebelluft verdrängt wird.

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Im Osten wird es paradoxerweise trotz Kaltfront sogar milder, weil die kühle Nebelluft verdrängt wird.

Meterologe Konstantin Brandes

Also kein einziger Hoffnungsschimmer?
Die nicht sehr ergiebige Schneefallgrenze liegt in 1500 Meter Seehöhe. Dazu kommen maximal drei bis vier Zentimeter.

Die durchschnittlichen Höchstwerte?
Diese liegen am Wochenende bei bis zu 14 Grad. Auch dann dürfte es mild und wechselhaft bleiben. In Wien kann es noch vor dem Sonntag 15 Grad warm werden.

Können wir dann wenigstens so etwas wie einen vorfrühlingshaften Spaziergang machen oder gar so etwas wie ein winterliches Sonnenbad nehmen?
Zumindest am Mittwoch wird es im Flachland oft dauerhaft grau in grau bleiben. An der Alpennordseite müssen wir leider mit Wolken und Regen rechnen.

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