Di, 18. September 2018

Modulare Oberstufe

18.08.2011 11:45

Finanzministerium kritisiert Schmieds Kostenplan

Das Finanzministerium hat am Donnerstag in einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf für die Modulare Oberstufe zwar das Bestreben begrüßt, Wiederholungen von Klassen und damit die Kosten für das Schulsystem zu reduzieren. Gleichzeitig hat das Ressort Kritik an der Finanzplanung des Unterrichtsministeriums geübt: Es fehle "eine solide Basis, um die Kosten des geplanten Vorhabens zu beurteilen".

Die Ankündigung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, wonach die Umstellung auf ein Kurssystem kostenneutral möglich sein soll, "wird nicht mit quantitativem Datenmaterial (Mengen- und Preisgerüst) untermauert und entspricht daher nicht den Richtlinien für Ermittlung und Darstellung finanzieller Auswirkungen" von Gesetzesmaßnahmen, heißt es in der Stellungnahme.

So fehlen laut Finanzressort Eckdaten wie die Zahl der betroffenen Schüler und die Mittel, die für sie ausgegeben werden, sowie Zahl der Repetenten und die entsprechenden Ausgaben. Auch die Kosten für Maßnahmen wie Lerncoaches und Förderunterricht fehlen. Gefordert wird außerdem eine Prognose, ab wann die Maßnahmen wirken werden und wie stark sie die Zahl der Repetenten verringern könnten.

Kritik kommt zudem an dem Plan, dass der Semesterstoff nicht zentral, sondern an jeder Schule autonom durch die Schulkonferenz in mindestens zwei Kompetenzbereiche untergliedert werden soll. Das Finanzministerium sieht dabei "die Gefahr einer heterogenen Zersplitterung", was vor allem bei einem Schulwechsel dazu führen könne, dass den Schülern Lehrinhalte fehlen oder dass Stoff doppelt abgefragt wird.

Modulare Oberstufe wird bis 2016 eingeführt
Die Modulare Oberstufe soll bis 2016 an allen 800 AHS-Oberstufen und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ab der 10. Schulstufe eingeführt werden und die Zahl der Klassenwiederholungen deutlich reduzieren. Dabei wird der Stoff in mindestens zwei Module pro Semester unterteilt, wobei ein negativ absolviertes Modul im nächsten bzw. übernächsten Semester ausgebessert werden kann. Erst ab zwei bzw. in Ausnahmefällen drei negativen Modulen muss die Klasse wiederholt werden, dabei sollen aber die positiven Noten erhalten bleiben.

Schüler, denen eine negative Note droht, sollen außerdem von einem Lerncoach und in Förderkursen unterstützt werden. Besonders Begabte sollen im Gegenzug einzelne Semester bzw. Teilprüfungen der Matura vorziehen können. Derzeit laufen an 27 Standorten Schulversuche zur Modularen Oberstufe.

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