21.03.2005 07:42 |

Haltbar bis...

Schweizer Gletscher sollen eingepackt werden

Schweizer Gletscher sollen in Folie verpackt werden. Bergbahn-Unternehmen wollen die für den Skitourismus genutzten Gletscher dadurch vor dem Abschmelzen schützen. "Wir decken Anfang Mai versuchsweise den obersten Bereich des Gurschengletschers auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern ab", sagte Carlo Danioth, Pisten- und Rettungschef der Bergbahnen Andermatt, der "SonntagsZeitung".
Eine Hightech-Folie soll das Eis während der Sommermonate vor Sonneneinstrahlung schützen. Vakuumverpackt sollen sie allerdings nicht werden. Umweltschützer haben sich allerdings gegen das Verpacken ausgesprochen.


Die in der Schweiz hergestellte Spezialabdeckung aus PVC-Schaum kostet rund 100.000 Franken (64.000 Euro). "Bei positivem Testverlauf werden wir uns überlegen, auch andere Gletscherteile oberhalb von 2600 Metern mit Folie einzupacken." Auch anderswo sind Gletscherschutzfolien ein Thema. Die Bergbahnen Saas Fee wollen den Feegletscher schützen.


Die Zeitung berichtet, der Nutzen der Abdeckung sei nach Ansicht des Gletscherfachmanns Martin Funk unbestritten. "Die Folie reflektiert fast sämtliche einfallende Strahlung. Das reduziert den Schmelzvorgang stark", sagte der Glaziologe der Zeitung. Die Folienidee stammt aus Österreich. Vier österreichische Bergbahnen wollen ihre Gletscherskigebiete großflächig schützen.


Die Aktionen der Bergbahnen zeigten, wie dramatisch der Gletscherschwund in den Alpen voranschreitet, schreibt die Zeitung. Die Eisfelder ob Andermatt und Saas Fee verlören jeden Sommer mehrere Meter an Höhe. Einige Gletscherskigebiete lägen heute 20 Meter tiefer als noch Anfang der 90er Jahre.


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