Mo, 20. August 2018

Aktuelle Umfrage

13.08.2011 14:09

Fast zwei Drittel der Österreicher für strenge Matura

Fast zwei Drittel der Österreicher sind für eine strenge Matura. Unter 1.000 vom Meinungsforschungsinstitut IMAS im Auftrag der "Bildungsplattform Leistung & Vielfalt" befragten Personen sprachen sich 62 Prozent dafür aus, dass bei der Reifeprüfung "hohe Anforderungen gestellt werden sollen, damit nur die wirklich guten Schüler die Matura erlangen". In Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg ist der Anteil mit 68 bis 69 Prozent noch etwas höher, in Wien mit 54 Prozent deutlich geringer.

Zwölf Prozent der Befragten plädierten hingegen für geringere Anforderungen, "damit möglichst viele zu einem Maturaabschluss kommen". Unter den Pflichtschulabsolventen waren es mit 15 Prozent etwas mehr. Der Vorsitzende der Plattform und langjährige Direktor der Sir-Karl-Popper-Schule am Wiedner Gymnasium, Günter Schmid, sieht in den Ergebnissen "eine klare Absage an all jene Politiker, die mit populistischen Scheinargumenten das Niveau der Schulen senken wollen oder gar von einer Matura für alle reden".

In der Umfrage wurde auch erhoben, wie die Befragten zu Klassen mit einem hohen Anteil an "ausländischen Kindern" stehen. Laut der Befragung sehen dies 42 Prozent als Nachteil, 38 Prozent machen ihr Urteil von den Sprachkenntnissen der Mitschüler mit Migrationshintergrund abhängig. Österreichweit sehen es zwölf Prozent generell als Vorteil, wenn viele Klassenkameraden Migrationshintergrund haben - in Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind es gar 32 Prozent.

Warnung vor "englischen Verhältnissen"
Die "Bildungsplattform Leistung & Vielfalt" wurde im Juni von einer Gruppe von Gesamtschulgegnern als Gegenbewegung zum geplanten Bildungsvolksbegehren gegründet. In einem Kommentar warnt Schmid in Anspielung auf die aktuellen Unruhen in Großbritannien davor, dass die Einführung einer Gesamtschule zur "englischen Verhältnissen" in Österreich führen könnte.

In Großbritannien habe laut Schmid in den vergangenen 20 Jahren die Umstellung der Gymnasien auf Gesamtschulen zu einem Ansturm auf die Privatschulen geführt, während sich die Aufstiegs- und Bildungschancen für Kinder aus bildungsfernen Familien dadurch nicht verbessert hätten. Mittlerweile gebe es eine Rückkehr zu stärkerer Selektion - "das sollte uns zu denken geben", so Schmid.

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