Ein Tiroler Familienunternehmen tüftelte fast ein Jahr lang an Art und Streckenführung zur Anlieferung des größten Windrades für Oberösterreich, das von Dänemark nach Munderfing unterwegs ist.
Es wird ein spektakulärer Sondertransport, der sich in der Nacht zum Dienstag vom Grenzübergang Walserberg (Salzburg) nach Munderfing aufmacht. Die drei, jeweils 67 Meter langen Rotorblätter für das künftig größte und leistungsfähigste Windrad Oberösterreichs müssen in den Munderfinger Windpark auf einen Hügel des Kobernaußerwaldes geliefert werden. Es sind die letzten wichtigen noch ausstehenden Komponenten zur Fertigstellung der neuen Stromgewinnungsanlage.
Neun Spezialisten
„Wir starten am Montag um 21 Uhr und rechnen für die 70-Kilometer-Strecke mit einer Dauer von fünf bis sechs Stunden“, sagt Tommy van Leur, Geschäftsführer der auf Sondertransporte spezialisierten Kirchbichler Transportservice Ges.m.H. Peter van Leur. Sein Team besteht aus neun Transportbegleitern und sechs Fahrern. „Das sind alles Profis – bestens eingeschult und mit enormer Erfahrung.“
Nadelöhre
Auf der Strecke gibt es für die Crew mehrere Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. „Da sind die Nadelöhre in Friedburg und Heiligenstadt, zwei Bahngleise und zum Schluss der bis zu 13 Grad steile Forstweg auf den Hügel hinauf“, betont van Leur.
Wenn es bei der Fahrt eng wird, können wir die 67 Meter langen Rotorflügel mit einem Telesattel bis auf elf Meter Höhe kippen.
Tommy van Leur (42) und seine Crew sind bestens vorbereitet.
Seit Herbst 2021 konzipierte der 42-Jährige den Streckenverlauf, kümmerte sich um Behördengenehmigungen und die erforderlichen Umbauarbeiten entlang der geplanten Route. „Bei Straßwalchen haben wir zwei Kreisverkehre so entschärft, dass wir nun gerade durchfahren können.“
HIndernisse aus Weg räumen
Die Transporte dürfen nur nachts rollen und führen vom Erzeugerwerk der Firma Vestas in Dänemark bis zum Windpark Munderfing. Verkehrszeichen, Strom- und Telefonleitungen müssen dabei aus dem Weg geräumt werden. Probleme erwartet van Leur am Montag aber keine, sein Familienunternehmen organisiert 3500 Transporte pro Jahr.
Über Häuser schwenken
„Unsere Fahrzeuge haben 15 Achsen und können auf jeder zwölf Tonnen Last transportieren.“ Ein bereits angeliefertes Turmteil beispielsweise hatte 75 Tonnen. Speziell ist auch ein Hubsystem am Heck der Fahrzeuge, mit dem die Rotorblätter im Bedarfsfall dank einer Scherenbühne hydraulisch gehoben werden: „Wir können damit über Häuser drüberschwenken.“











Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.