31.07.2022 11:07 |

Acht Wochen vor Wahl

Im Sinkflug: Tiroler ÖVP erstmals unter 30 Prozent

Diese Umfrage wird innerhalb der Tiroler Volkspartei wieder für ordentlichen Wirbel sorgen: Eine aktuelle IMAD-Studie im Auftrag der „Krone“ zeigt, wie die Lage in Tirol knapp zwei Monate vor der Landtagswahl aussieht. Die ÖVP ist weiter auf einem Tiefststand, liegt aktuell nur mehr bei 29 Prozent. FPÖ und SPÖ rittern um den zweiten Platz, Grüne und NEOS sind mittlerweile gleichauf.

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Die Karten werden komplett neu gemischt! Das geht aus der aktuellen IMAD-Umfrage im Auftrag der „Tiroler Krone“ zur Tiroler Landespolitik hervor. Für die ÖVP schaut es weiterhin ganz und gar nicht gut aus: Lag sie bei unserer letzten Umfrage – durchgeführt vom 20. bis 23. Juni – bei 30,1 Prozent, so liegt sie aktuell nur mehr bei 29,1 Prozent. FPÖ und SPÖ matchen sich um Platz zwei – wobei sich die aktuelle Umfrage, durchgeführt vom 22. bis 25. Juli, „zugunsten“ der Roten verändert hat.

Fast unverändert im Vergleich zur Juni-Umfrage sind auch Grüne, NEOS und Liste Fritz. Wobei die Pinken fast einen Prozentpunkt zulegen konnten.

Keine neuen Gesichter auf der schwarzen Landesliste
Wie sieht das nun der Politikwissenschafter? „Nach wie vor ist bei der ÖVP - zwar mit angezogener Handbremse - ein Abwärtstrend erkennbar. Mit 29 Prozent liegt sie weiter ganz klar hinter ihrem letzten Landtagswahlergebnis von 44 Prozent im Jahr 2018. Den neuen, nicht wirklich neuen Gesichtern, die rund um den Landesparteitag auf den Listen positioniert wurden, ist es noch nicht gelungen, den Wählern einen Neuaufbruch zu vermitteln“, analysiert Professor Christian Traweger von der Uni Innsbruck.

Er wirft aber ein, dass auch bei den letzten Wahlen die ÖVP-Umfrageergebnisse nicht berauschend waren und dann trotzdem ein gutes Ergebnis eingefahren werden konnte.

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Inwiefern die Mobilisierung aller Funktionäre gelingen wird, ist fraglich, sind doch einige Personen und Bünde mit ihren Befindlichkeiten noch nicht dort, wo sie gerne hin wollten.

Professor Christian Traweger

Rahmenbedingungen komplett verändert
Allerdings, so der Politexperte weiter, hätten sich die Rahmenbedingungen komplett verändert und so werde wohl bei hoher Mobilisierung aller Funktionäre ein Ergebnis zwischen 34 und 35 Prozent als großer Erfolg bewertet werden. „Inwiefern jedoch diese Mobilisierung gelingen wird, ist fraglich, sind doch einige Personen und Bünde mit ihren Befindlichkeiten noch nicht dort, wo sie gerne hin wollten. Hier wird Anton Mattles Verhandlungsgeschick auf eine interne Probe gestellt“, erklärt Traweger.

SPÖ fehlen die Themen und Persönlichkeiten
Die SPÖ stagniert bei rund 15 Prozent, es fehlen weiterhin klare Themen und rund um den SPÖ-Chef fehlen laut Traweger kompetente Teammitglieder. Auch die Grünen können mit derzeit rund zwölf Prozent nicht wirklich zulegen. Die kürzliche Wahl des neuen Führungsduos hat sich jedenfalls auch in dieser Umfrage noch nicht zum Vorteil der Grünen gezeigt.

Die NEOS sind weiter im Aufwärtstrend und haben mit ebenfalls rund zwölf Prozent etwas dazugewonnen, was sich auch bei der Liste Fritz bestätigt, die nun bei mehr als zehn Prozent liegt. Die FPÖ liegt derzeit bei knapp 16 Prozent. Die impfkritische MFG, die zuletzt von zehn Prozent und mehr träumte, liegt gerade einmal bei 2,5 Prozent und wird - wie auch die KPÖ - die Fünf-Prozent-Hürde aus heutiger Sicht wohl nicht schaffen.

Am 25. September finden in Tirol vorgezogene Landtagswahlen statt. IMAD hat für die „Tiroler Krone“ von 22. bis 25. Juli 600 Personen online und telefonisch befragt. Die Schwankungsbreite liegt bei +/- 3,9 Prozent.

Markus Gassler
Markus Gassler
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