22.07.2022 06:30 |

„Krone“-Leser halfen

Kopfschütteln und Aufatmen um Sozialhilfe-Irrsinn

Dass einer Bedürftigen der Teuerungsbonus von der Sozialhilfe abgezogen wird, sorgt auch bei den Zuständigen für Kopfschütteln. Beherzte „Krone“-Leser zeigten indes großes Mitgefühl mit der Betroffenen.

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Vielen herzlichen Dank, das bedeutet mir wirklich viel. Damit habe ich nicht gerechnet“, reagiert Daniela Theiss auf die Hilfsbereitschaft der „Krone“-Leser.  Wie berichtet werden der Sozialhilfe-Empfängerin aus der Stadt Salzburg 150 Euro von der Sozialhilfe abgezogen.

Der Grund: Im April hat sie den Teuerungsausgleich des Bundes erhalten. Dieser stand ihr zwar zu, doch das Sozialamt wertet dieses Geld als zusätzliches Einkommen. Das alles basiert auf dem Sozialunterstützungsgesetz, wo aufgezählt wird, was die Sozialämter nicht als Einkommen zu werten haben. Eine entsprechende Einordnung ist für den Teuerungsausgleich aber nicht passiert.

Die Betroffenen erhielten zwar in Kenntnis des Problems später eine weiteren Zahlung, allerdings wurden sie nicht informiert, dass es später zu einer Nachforderung kommen wird. „Als der Brief vom Sozialamt kam, hatte ich schon offene Rechnungen mit dem Geld bezahlt“, erklärt Daniela Theiss.

„Krone“-Leserschaft zeigte Herz und half
Ein Schock für die 53-Jährige, die seit einem unverschuldeten Unfall mit Fahrerflucht gehbehindert ist. Ihr Herzenswunsch, ein Fahrrad zur schmerzfreien Fortbewegung, rückte dadurch in weite Ferne. Nun boten aber zahlreiche „Krone“-Leser an, ein Fahrrad zu spenden. Ein Leser aus Henndorf übernimmt die 150 Euro, die Theiss ansonsten bald zum Leben fehlen würden.

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Mit so einer Reaktion hätte ich nie gerechnet. Vielen lieben Dank an die „Krone“-Leser für ihre Hilfsbereitschaft.

Daniela Theiss

Der Magistrat bedauert die Angelegenheit: „Wir müssen die Gesetze vollziehen, auch wenn uns das in diesem Fall nicht glücklich macht“, sagt ein Sprecher.

Auch Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne) ist mit der Causa nicht glücklich: „Die Anrechnungspflicht des Teuerungsausgleichs ist für die Beziehenden der Sozialunterstützung natürlich ein Nachteil.“ Wegen der bundesrechtlichen Vorgaben könne man aber nicht anders und hoffe nun, dass es durch eine Gesetzesnovelle künftig nicht mehr zu solchen Ungerechtigkeiten kommt.

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