23.06.2022 12:09 |

Daten aus 20 Ländern

Drei Kinder entsprechen 6,2 Jahren Alterung

Im Alter nehmen kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit ab. Eine Studie kommt jetzt zu dem Schluss, dass unter anderem die Familiengröße eine Rolle spielt, wie stark der Rückgang ausfällt. Eltern mit drei oder mehr Kindern altern schneller als jene mit zwei Kindern. 

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„Der negative Effekt entspricht 6,2 Jahren Alterung“, sagte das Forschungsteam, das Daten aus 20 europäischen Ländern, darunter Österreich, und Israel herangezogen hat. Das sei fast so groß wie der kognitive Vorteil, der mit dem Abschluss der Sekundarstufe im Vergleich zur Volksschule verbunden sei. Erklärt wird der Unterschied im Vergleich zu Eltern, die zwei Kinder haben, unter anderem mit einer geringeren Erwerbsbeteiligung der Frauen und einem Rückgang des Familieneinkommens. Dadurch würden finanzielle Sorgen und Unsicherheiten entstehen, die eine kognitive Verschlechterung mit sich bringen könnten. Ein weiterer Aspekt ist der Stress durch zusätzliche Kinder, der das Gesundheitsverhalten und damit die kognitive Entwicklung der Eltern beeinträchtigen könne.

Weitere Unterschiede je nach Beruf und Bildung
Die Forschenden sprachen von einem „kausalen Effekt“, der bei Männern und Frauen ähnlich und in Nordeuropa am stärksten war. Dort führe eine höhere Geburtenrate zu weniger finanziellen Mitteln, während sich die sozialen Ressourcen durch mehr Kinder nicht verbessern würden. Unterschiede auf die Abnahme kognitiver Fähigkeiten im Alter gibt es der Studie nach jedoch nicht nur nach der Familiengröße, sondern beispielsweise auch nach Bildung, Beruf und genetischen Faktoren. Aufgenommen wurden Daten von Personen, die 65 Jahre oder älter waren und mindestens zwei leibliche Kinder hatten. Das Norwegische Institut für öffentliche Gesundheit (FHI), die Columbia University (USA) und die Universität Paris-Dauphine (Frankreich) sammelten Informationen über den Gesundheitszustand, beruflichen Werdegang und sozioökonomischen Status.

Auswirkungen von Kinderlosigkeit
Der Rückgang der kognitiven Fähigkeiten variierte zusammengefasst stark zwischen Individuen und Bevölkerungsuntergruppen. Die Auswirkungen von Kinderlosigkeit fanden nicht Eingang in die Studie. Das Forschungsteam kam jedoch zu dem Schluss, dass die Geburt von Kindern die soziale Isolation älterer Menschen reduziere. Wer sozial isoliert ist, hat wiederum ein höheres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen.

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