Lebensschicksal

„Überlebt, weil uns die Russen versteckt haben“

Sein Leben ist typisch für die Aufbaugeneration nach 1945: Der Pichlinger Heinz Oberparleiter (87) schaffte den gesellschaftlichen Aufstieg durch Sport.

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Heinz Oberparleiter ist einer der erfolgreichsten oberösterreichischen Universalsportler: Mit dem LASK 1964/65 Double-Sieger, Legionär in der deutschen Oberliga (Vorläufer der Bundesliga), Tennis-Jugendnationalspieler, Ennser Skistadtmeister und ASKÖ-Landesmeister im 1000-Meter-Lauf.

Aufgewachsen in Kaplitz
Bevor Oberparleiter diese Erfolge erringen konnte, ging es für ihn 1945 ums nackte Überleben: „Ich habe im südböhmischen Kaplitz nahe der Grenze eine schöne Kindheit verbracht, gemeinsam mit meiner Schwester Johanna und Bruder Otto“, erzählt der Onkel der ehemaligen Tennis-Jugendeuropameister Klaus und Otto Oberparleiter.

Vertreibung aus süböhmischer Heimat
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie vertrieben: „Auf Lastwagen gelang uns die Flucht nach Oberösterreich. Russen haben uns unter der Plane versteckt, die Tschechen wollten uns erschießen. Durch den Ukraine-Krieg kommt alles wieder hoch.“ In seiner zweiten Heimat Enns kickte Oberparleiter anfangs als Staatenloser für den Ennser SK. Der Ex-Nationalspieler (einmal gegen Bulgarien) wurde vom deutschen Oberligaklub Saar 05 geholt, spielte sogar einmal erfolgreich gegen den legendären Weltmeister Fritz Walter.

Vom Barackenkind zun Fußballheld
(1. FC Kaiserslautern). Der LASK holte ihn 1960 nach mehreren B-Länderspielen. Meistertitel und Cupsieg feierte er als Kaderspieler. 1967 wechselte er zu Amateure Steyr, zwei Jahre später beendete Oberpartleiter seine Karriere. „Ich verdanke dem Sport alles“, erinnert sich der Vater von Sohn Kurt (55) aus erster Ehe. „Anfangs war ich Außenseiter als Barackenkind. Der Sport als Brückenbauer half mir!“

Reinhard Waldenberger/Kronen Zeitung

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