04.07.2011 15:12 |

"Jüdische Olympiade"

Letzter Schliff vor Eröffnung der 13. Makkabispiele

Der Countdown geht zu Ende: Am Dienstag starten in Wien die Makkabispiele, die "jüdische Olympiade". "Wir haben zweieinhalb Jahre Vorbereitung hinter uns", so Oskar Deutsch, Vorsitzender des Organisationskomitees, am Montag. Derzeit würden noch "letzte Herausforderungen in der Organisation" geklärt werden.

Auch den Veranstaltungsstätten in Wien und Niederösterreich wurde am Montag noch der letzte Feinschliff verpasst. In der Wiener Zwi Perez Chajes-Schule, wie auch im direkt daneben liegenden Hakoah-Sportzentrum platzierten Helfer Absperrgitter, stellten Tische und Bänke im Essenszelt auf und säuberten Wege.

Viele der Helfer zeigten dabei wohl unbezahltes Engagement, denn: "Diese Spiele sind größtenteils von ehrenamtlichen Mitarbeitern organisiert worden", erklärte Mordechai Tichauer, Vorsitzender der Europäischen Makkabi Konföderation. Laut Deutsch gibt es rund 250 freiwillige Helfer, mehr noch: Mehr als 500 Mitglieder der jüdischen Gemeinde seien "in diese Spiele irgendwie involviert".

Dreistündige Eröffnungsshow am Rathausplatz
Am Dienstag beginnen diese dann. Am ersten Tag gibt es jedoch noch keine Bewerbe, vielmehr reisen die Teams an bzw. halten Trainings ab. Am Abend steht ein "Welcome Concert" in der Nationalbibliothek auf dem Programm. Dabei werden Werke von im Holocaust umgekommener Komponisten gespielt. Die Veranstaltung sei bereits ausgebucht, informierte Deutsch.

Ernst wird es schließlich am Mittwoch, wenn die Wettkämpfe starten. Am Abend findet eine dreistündige Eröffnungsshow am Rathausplatz statt. Neben Reden - unter anderem von Bundespräsident Heinz Fischer und Israels Parlamentspräsidenten Reuven Rivlin gibt es auch Unterhaltung. Der Showteil wurde als Zeitreise konzipiert: "Es geht um die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Österreich, von der Jahrhundertwende bis zur Jetztzeit", erklärte Zeremonien-Verantwortliche Elisabetta Hartl.

"Wir werden fast ausverkauft sein"
Sie kündigte Auftritte von Schauspieler Maximilian Schell, den Wiener Sängerknaben und von Sarit Hadad - einer ehemaligen israelischen Song-Contest-Teilnehmerin - an. Die offizielle Makkabiflamme wird von Eishockeyspieler Rafael Rotter entzündet. Wer bei der Eröffnung live dabei sein will, muss Eintritt zahlen. Die Nachfrage nach Karten sei groß, berichtete Hartl: "Wir werden fast ausverkauft sein."

Bis 12. Juli werden Wettbewerbe abgehalten. Rund 2.000 Sportler aus 38 Nationen werden in 17 Disziplinen gegeneinander antreten. Die österreichische Mannschaft umfasst 190 Personen. Bekanntestes Mitglied ist der Schwimm-Profi Maxim Podoprigora. Offiziell enden die Makkabispiele aber erst am 13. Juli, dem Abreisetag.

Die jüdischen Makkabispiele zählen zu den größten sportlichen Veranstaltungen der Welt. Die ersten wurde 1932 in Tel Aviv veranstaltet. Alle vier Jahre finden sie in Israel statt. Zeitversetzt dazu wird ebenfalls alle vier Jahre das europäische Pendant veranstaltet. Die 13. Ausgabe geht nun in Wien über die Bühne - und damit zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum.

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