16.05.2022 09:55 |

Kinotickets gewinnen

„Stasikomödie“: DDR als großes Schmierentheater

„Leander Haußmanns Stasikomödie“ (ab 20. Mai im Kino) wirft einen eigenwilligen Blick zurück auf den Berliner Prenzlauer Berg der 1980er-Jahre. Die DDR-Trilogie des „Sonnenallee“-Regisseurs ist damit abgeschlossen. Gewinnen Sie mit krone.at 2x2 Kinotickets für das köstliche DDR-Schmierentheater.

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Berlin, heute: Auf Drängen seiner Freunde, seiner Frau, Kinder und Enkel hatte sich Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf) entschlossen, Einsicht in seine Stasi-Akte zu beantragen. Heute ist er ein prominenter, ja, populärer Romanautor, gestern war er ein Held des Widerstandes der DDR; er stand also zwangsläufig unter Beobachtung der Staatssicherheit. Stolz präsentiert Ludger seiner versammelten Familie die dicke Akte. Alles hat die Stasi dokumentiert und kommentiert: seine Wohnung, seine Katze, selbst Szenen mit seiner Frau Corinna (Margarita Broich) im Ehebett... Aber dann: „Was ist denn das?!“

Intimer Brief in den Stasi-Akten
Ein zerrissener und wieder zusammengeklebter Brief, sehr detailliert, sehr intim…. Also von Corinna war der bestimmt nicht, und Corinna will es jetzt genau wissen. Ludger wiegelt ab: "Das war doch vor Deiner Zeit...“ Aber es ist zwecklos, die Stasi hat alles genau dokumentiert. Wütend packt Ludger seine Akte zusammen und entflieht vor dem inzwischen handfest und laut gewordenen Ehestreit nach draußen. Vor dem Haus zündet er sich eine Zigarette an und bläst den Rauch nachdenklich in die Sonne. Und er erinnert sich an den jungen Mann (David Kross), den die Stasi einst angeworben hatte, um in die Bohème des Prenzlauer Bergs einzutauchen, sie auszukundschaften und zu zersetzen.

Im Ostberlin der 1980er-Jahre hatte sich der junge Ludger Fuchs (Kross) von der DDR-Staatssicherheit anwerben für eine neue Einheit. Die Aufgabe: die „negativ-dekadente Szene“ von Künstlern und Lebenskünstlern im Prenzlauer Berg auskundschaften und „zersetzen“. Fuchs tarnt sich mit einer Levi‘s Jeans und der Legende, Schriftsteller werden zu wollen, und bezieht Posten in einer Altbauwohnung im Szenekiez. Doch dann sind da eine sehr schöne Nachbarin und ein alter Freund, die ihn in berauschende Feste der Boheme einführen und alles verändern. Es kommt, wie es muss: zu Verwicklungen.

„Stasikomödie“ ist Leander Haußmanns persönlichster Film
Haußmann, der mit „Sonnenallee“ Millionen ins Kino zog und dann 2004 etwas weniger spektakulär „NVA“ nachlegte, nennt die „Stasikomödie“ seinen persönlichsten Film. „Unser Film feiert nicht die Stasi oder die DDR“, sagt der 62-Jährige. „Er feiert die Jugend und die Freude am Leben. Die Lebensfreude schafft sich, egal unter welchen Umständen, immer einen kleinen Spalt.“ Und dann noch dies: „Wir waren Helden, aber auf andere Weise. Wir hatten das, was die meisten Menschen haben, nämlich Angst. Und deshalb feiert dieser Film auch die Feigheit.“

Wie in „Sonnenallee“ sind wieder Detlev Buck und Alexander Scheer dabei, daneben Jörg Schüttauf und Tom Schilling, Antonia Bill, Margarita Broich und Deleila Piasko. Und der wirklich fabelhafte David Kross, der nach monatelangem Casting als junger Antiheld Ludger Fuchs besetzt wurde.

Leander Haußmanns „Stasikomödie“: Ab 20. Mai im Kino

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Das Gewinnspiel ist beendet, wir bedanken uns für die zahlreichen Teilnahmen!

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