Australian Open

Serena Williams holt sich die Australian Open

Sport
29.01.2005 11:36
Mit der triumphalen Rückkehr zu den Australian Open hat Serena Williams alle Kritiker Lügen gestraft und kann den erneuten Sprung an die Spitze der Tennis-Weltrangliste anpeilen. Anderthalb Jahre nach ihrem bislang letzten Grand-Slam-Titel in Wimbledon drehte die anfangs angeschlagene Amerikanerin das Finale gegen Lindsay Davenport noch um und feierte mit 2:6, 6:3, 6:0 ihren zweiten Triumph in Melbourne nach 2003. In der Weltrangliste katapultierte sich die 23-Jährige durch ihren siebten Grand-Slam-Erfolg im Einzel und den insgesamt 13. ihrer Karriere von Platz sieben auf Rang zwei hinter Davenport vor.
Wie nach dem Achtelfinal-Aus von Schwester Venusbestritt sie, dass die Williams-Ära beendet sei und hattedas beste Argument für sich. "Ich habe keine Zweifel an mir.Ich verstehe nicht, warum die Leute mit dem Finger auf meine Schwesterund mich zeigen. Es läuft nichts falsch bei uns", sagte Serena."Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Dass ich vor dem Turnier nichtdie Vorbereitung hatte, die ich wollte, gibt mir jetzt zusätzlichSelbstvertrauen."
 
Im Sommer 2003 hatte sich die Amerikanerin einerKnieoperation unterzogen, konnte zu den Australian Open im Vorjahrnicht antreten und verbuchte als größten Erfolg danachdie erneute Final-Teilnahme bei den All England Championships.Dort verlor sie ebenso gegen die Russin Maria Scharapowa wie imEndspiel bei den WTA-Championships im November, als sie eine Bauchmuskelzerrungentscheidend schwächte.
 
Auch unter dem Dach der Rod-Laver-Arena, das amregnerischen Samstag geschlossen worden war, schien Serena Williamswegen einer Blessur auf die Verliererstraße zu geraten.Als sie sich beim letzten Punkt im ersten Spiel nach einem Rückhandballstreckte und ausholte, renkte sie sich eine Rippe aus und konntenicht mehr richtig aufschlagen. Nach dem ersten Spielgewinn zum1:4 ließ sie die Rippe in der Kabine einrenken und kam fortanbesser in die Partie.
 
Beim Stand von 2:2 im zweiten Satz wehrte sie sechsBreakbälle ab. "Dieses Spiel wollte ich halten, selbst wennmir der Arm abgefallen wäre", sagte Serena Williams. DieEntscheidung in der besten Phase der nur selten hochklassigenPartie fiel, als Davenport beim 3:4 trotz 40:0-Führung ihrenAufschlag noch verlor. Die Nummer eins der Welt holte danach keinSpiel mehr und im letzten Satz gerade noch läppische achtPunkte. Nach 89 Minuten und dem ersten Matchball stand die zehnteNiederlage im 14. Vergleich mit Serena Williams fest.
 
"Ich habe ihr die Tür geöffnet, und sieist hindurch gegangen", sagte Davenport, "am Ende war ich auchetwas müde." Die 28-Jährige hatte in Melbourne auchDoppel gespielt und am Freitag dort ebenfalls das Endspiel verloren.Auf einen Grand-Slam-Titel wartet sie seit ihrem Erfolg bei denAustralian Open vor nunmehr fünf Jahren.
 
Serena Williams siegte dort wie vor zwei Jahrennach der Abwehr von Matchbällen im Halbfinale und beeindrucktemit großem Kampfgeist. Außerhalb des Platzes gab siesich gereift. "Ich habe darüber nachgedacht, was ich im Lebenwill. Gott und die Familie sind die Nummer eins. Das ist ein solidesFundament, alles andere kommt dann schon", erklärte SerenaWilliams, die einen Teil ihrer Siegprämie von umgerechnet700.000 Euro in einen Pelzmantel investieren wollte.
 
Black und Ullyett erstmals Sieger im Herren-Doppel
Den Titel im Herren-Doppel und umgerechnet 255.000Euro holten sich erstmals Wayne Black und Kevin Ullyett aus Simbabwe.Nach dem Halbfinal-Sieg über den Frankfurter Alexander Waskeund Jürgen Melzer aus Österreich gewannen die US-Open-Siegervon 2001 im Finale 6:4, 6:4 gegen die US-Zwillinge Bob und MikeBryan. 
 
Ullyett beendete danach auch die Hoffnungen vonMartina Navratilova auf den 59. Grand-Slam-Titel. Die 48-Jährigescheiterte im Mixed-Halbfinale mit dem Weißrussen Max Mirnyian Ullyett und Liezel Huber aus Südafrika.
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