23.03.2022 07:34 |

Leidet & kritisiert

Russin: „Dieser Krieg tut weh und macht krank!“

Alla R. ist gebürtige Russin und lebt schon lange in Kärnten. Sie leidet unter dem Krieg und verurteilt ihn aufs Schärfste.

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Der Krieg hat die 52-Jährige aus dem Alltag gerissen. „Es tut einfach nur weh! Ich kann es nicht glauben“, kämpft Alla R. mit den Tränen. Sie schämt sich für das, was im Namen Russlands in der Ukraine passiert. „Ich habe Freunde und Verwandte in der Ukraine. Meine Familie ist in zwei Ländern aufgeteilt - und in diesen zwei Ländern müssen sich Freunde jetzt gegenseitig bekriegen“, zeigt sich die Künstlerin, die seit 30 Jahren in Kärnten lebt, fassungslos.

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Seit Beginn des Krieges bin ich schlapp, übermüdet, deprimiert, habe schlaflose Nächte, gesundheitliche Probleme.

Alla R.

Sie machte der blutige Konflikt bereits krank. „Seit Beginn des Krieges bin ich schlapp, übermüdet, deprimiert, habe schlaflose Nächte, gesundheitliche Probleme.“ Den Kontakt zu ihren Bekannten aus der Konfliktregion hat sie verloren.

„Die letzten Nachrichten haben mich vor zwölf Tagen erreicht. Einige von ihnen konnten ihr Handy nicht mehr aufladen, andere haben keine mobile Verbindung. Ich weiß nicht einmal, ob sie überhaupt noch leben.“ Die Köttmannsdorferin kann ihren Angehörigen nicht helfen, unterstützt daher umso mehr Flüchtlinge in Kärnten. „Wenigstens hier kann ich den Ukrainern unter die Arme greifen.“

Alla R. weiß, was es heißt, wenn Panzer rollen. „Im August 1991 war ich beim Putsch in Moskau dabei, habe drei Tage und drei Nächte für die Erneuerung des Landes und die Demokratie gekämpft, es ist schrecklich – deshalb fühle ich umso mehr mit den armen Menschen mit.“ Sie hält an einem russischen Sprichwort ihrer Oma fest: „Nur das Gute ist unsterblich, denn das Böse lebt nicht lang“. Dieser Spruch ist für Alla R. gerade jetzt die Grundregel des Lebens.

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