Pflege-Notstand

Personalvertreter: „Der Politik sind wir wurst!“

Salzburg
21.03.2022 07:00
Helmut Payr ist aus Leidenschaft Altenpfleger geworden. In den vergangenen Jahren hat der Beruf aber immer mehr an seinen Kräften und Nerven gezerrt. Der „Krone“ hat er erzählt, wie es ihm täglich geht und warum Omikron zwar spürbar, aber nicht das eigentliche Problem ist.

„In die Arbeit komme ich eigentlich nicht mehr gerne“, erzählt Helmut Payr aus dem Altersheim Liefering.

Der Personalvertreter ist seit 26 Jahren in der Altenpflege tätig und brannte die längste Zeit für seinen Beruf. „Mir tun unsere Bewohner sehr leid, die wir nicht so pflegen können, wie wir es gerne würden. Außerdem muss man auch an jene alten Menschen denken, die gar keinen Heimplatz bekommen“, erklärt Payr.

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Mir tun unsere Bewohner sehr leid, die wir nicht so pflegen können, wie wir es gerne würden.

Helmut Payr, Pflegekraft und Personalvertreter

Omikron und Personalnot sind ein fatales Duo
Für seine eigene betagte Mutter sei er nun schon lange auf der Suche – bisher ohne Erfolg. „Omikron ist natürlich ein Problem. Aber mit einem normalen Personalstand ließen sich die Ausfälle kompensieren“, analysiert Payr. Verschnaufpausen sind selten, die Arbeitsbedingungen schlecht. Wenn Payr Rufbereitschaft in seinem Dienstplan stehen hat, weiß er schon im Vorfeld, dass er zu 100 Prozent irgendwo einspringen wird müssen. Er ärgert sich: „Was wir früher zu viert gemacht haben, müssen wir jetzt zu dritt oder gar zu zweit stemmen!“

Es sei nun wichtig, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Klar sei: „Die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte kann man nicht schnell genug aufholen.“

Payr fehlt auch die gesellschaftliche Anerkennung für den Stellenwert der Pflege. „Im Spital warten oder sich lange um einen Heimplatz bemühen will niemand – aber solange es den Leuten gut geht, fehlt es am Verständnis für unsere Situation.“

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