Mo, 22. Oktober 2018

Operation "Sofia"

30.05.2011 12:11

15 Verhaftungen: Schlepperbande zerschlagen

Österreichische und spanische Kriminalisten haben in gemeinsamen Ermittlungen einen Schlepperring ausgehoben, der jahrelang iranische Staatsbürger illegal in den Westen gebracht hat. Die Geschleusten zahlten dafür pro Person durchschnittlich 15.000 Euro. In Wien wurden sechs Verdächtige festgenommen, in Spanien neun, darunter der mutmaßliche Kopf der Organisation.

Die spanische Polizei geht davon aus, dass während der über einige Jahre dauernden Aktivität dieser Organisation mindestens 1.500 Personen die illegale Einreise nach Europa sowie nach Kanada ermöglicht wurde. Hunderte Menschen wurden über Österreich geschleppt. Der von der Organisation erwirtschaftete Gesamtertrag soll in der Höhe von mehreren Millionen Euro liegen, wie das Bundeskriminalamt am Montag unter Berufung auf Informationen aus Spanien berichtete.

Sechs Festnahmen bei Operation "Sofia" in Wien
Die Ermittlungen in Österreich gingen von Schwechat aus - der Flughafen war Drehpunkt für die Schleppungen. Die Iraner wurden mit gefälschten Dokumenten unter anderem per Auto oder Bussen über die Balkanroute nach Österreich gebracht und per Flugzeug in andere Länder weitergeschickt. Seit Oktober 2010 ermittelten das Stadtpolizeikommando und dann das Landeskriminalamt Niederösterreich gegen die verdächtigen Landsleute der Geschleppten.

Als sich Zusammenhänge mit einem Verfahren in Spanien ergaben, stimmten die Kriminalisten ihre Arbeit aufeinander ab. Im Rahmen der Operation "Sofia" wurden schließlich in Österreich acht Hausdurchsuchungen durchgeführt, bei denen laut BK neben umfangreichem Beweismaterial 21.000 Euro sichergestellt wurden und sechs Festnahmen erfolgten.

"Perfekt strukturiert und hierarchisch aufgebaut"
Bei dieser internationalen Operation handelt es sich um einen der größten Schläge gegen die internationale Schlepperkriminalität der vergangenen Jahre", erklärte Oberst Gerald Tatzgern, Leiter des Büros für Schleppereibekämpfung im BK. In Spanien wurden zahlreiche gefälschte Reisepässe, die Replik einer Handfeuerwaffe und Bargeld in mehreren Währungen sichergestellt.

"Die Ermittlungen ergaben den 'Modus Operandi' einer international kriminellen Organisation, die perfekt strukturiert und hierarchisch aufgebaut war. Sie operierte in verschiedenen Europäischen Ländern (Belgien, Bulgarien, Griechenland, Irland, Österreich, Rumänien und Spanien), Asien (Iran, Afghanistan und der Türkei) und Kanada", hieß es.

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