Mi, 21. November 2018

Makkabispiele

29.05.2011 19:44

Läufer trugen die Fackel durch Wiens Innenstadt

Es ist eine Einstimmung auf die jüdischen Makkabispiele gewesen, die in knapp mehr als einem Monat in Wien starten: Am Sonntagnachmittag wurde die offizielle Makkabiflamme im Rahmen eines Fackellaufs durch die Innenstadt getragen. Zwölf Läufer waren diesem Spektakel beteiligt, darunter auch Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg. Mit der Makkabiflamme wird bei der Eröffnungsfeier der sportlichen Großveranstaltung - ähnlich den Olympischen Spielen - am 6. Juli das Makkabifeuer entfacht.

Das Makkabifeuer habe die gleiche symbolische Bedeutung wie das olympische Feuer, erklärte Oskar Deutsch, Vorsitzender des Organisationskomitees: "Bei den Olympischen Spielen wird das Feuer in Griechenland entzündet, bei uns in Israel." Die Makkabiflamme wurde, so lautet die offizielle Version, vor mehr als einem Jahr im Tal der Makkabäer, das sich zwischen Tel Aviv und Jerusalem befindet, entzündet. Danach machte sie sich auf den Weg nach Österreich. Am Sonntag traf die Flamme schließlich beim IKG-Hauptgebäude in der Seitenstettengasse ein. Von dort aus wurde sie in Form eines Staffellaufes durch die Innenstadt getragen.

Muzicant, Stenzel und Kopietz sahen zu
Die fast drei Kilometer lange Route führte über den Hohen Markt, den Graben, den Michaelerplatz, durch die Hofburg zum Heldenplatz. Von dort ging es weiter Richtung Löwelstraße, dann zur Freyung und vorbei am Hof. Der Lauf endete nach knapp einer Stunde am Judenplatz, wo am selben Tag das Straßenfest der jüdischen Gemeinde stattfand. Läufer und Fackel wurden dort mit Jubel und Applaus empfangen. Im Publikum befanden sich auch Ariel Muzicant, Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), die Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt, Ursula Stenzel (VP), und der Wiener Landtagspräsident Harry Kopietz (SP).

Der bekannteste Teilnehmer der Staffel war Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg. "Die Makkabispiele sind etwas ganz Wunderbares", betonte er. Seiner Meinung nach gehe es bei der Veranstaltung nicht nur um Sport, sondern auch um Gemeinschaft. Auf den Fackellauf vorbereitet hat er sich nicht. "Ich habe leider nicht trainiert und habe ersucht, dass man mir eine ganz kurze Strecke gibt", gestand er. Bei den anderen Läufern handelte es sich um Mitglieder des Organisationskomitees und des jüdischen Sportvereins Hakoah sowie um österreichische Teilnehmer an den Makkabispielen.

Größte jüdische Sportveranstaltung
Die Makkabiade ist die größte jüdische Sportveranstaltung und zählt zu den fünf größten internationalen Sportereignissen. Die erste wurde 1932 in Tel Aviv veranstaltet. Alle vier Jahre findet sie in Israel statt. Zeitversetzt dazu wird ebenfalls alle vier Jahre das europäische Pendant der Makkabiade veranstaltet. Die 13. Ausgabe davon geht vom 5. bis 13. Juli erstmals in Wien über die Bühne. Erwartet werden mehr als 2.000 Teilnehmer aus rund 40 Nationen. Sie werden in insgesamt 19 Disziplinen um Medaillen kämpfen. Mit den Vorbereitungen der Großveranstaltung liege man im Zeitplan: "Wir sind mehr oder weniger mit den Vorbereitungen fertig", erklärte Deutsch.

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