Mi, 15. August 2018

Unter Wert gekauft

28.05.2011 11:41

Grundstücksbetrug: 71-Jährige nach "Deal" vor Gericht

Eine Sachwalterschafts-Beziehung zwischen einer Kitzbühelerin (71) und einem pflegebedürftigen Pensionisten (87) ist am Freitag vor Gericht behandelt worden: Der Frau wurde vorgeworfen, dem mittlerweile dementen Pensionisten ein Grundstück zu billig abgekauft zu haben. Der Deal wurde rückabgewickelt, die Frau freigesprochen.

Die Angeklagte hatte den betroffenen Pensionisten jahrelang betreut und war auch dessen Sachwalterin gewesen. Nach dem Ende der Sachwalterschaft hatte sie gemeinsam mit einem Dritten das Grundstück des alten Mannes um 210.000 Euro gekauft. Der pflegebedürftige Mann brauchte nämlich dringend Geld, um sich den Platz in einem Altersheim leisten zu können.

Die Liegenschaft war laut Gutachten aber rund 350.000 Euro wert und wurde kurz darauf von einem Makler sogar um rund 900.000 Euro angeboten. Vor Gericht ging es daher um die Frage, ob der 87-jährige Eigentümer zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung wusste, was er unterschrieb und in voller Geschäftsfähigkeit sein Grundstück verkauft hatte.

Geschäft rückgängig gemacht
Gutachten und Zeugen kamen zu der Einsicht, dass der Mann bei der damaligen Vereinbarung voll zurechnungsfähig war. Erst ein halbes Jahr später wurde er dement. Das könnte nun auch erklären, warum er sich an den Deal mit dieser "schiefen Optik" nicht erinnern konnte. Für Richter Günther Böhler langten die objektiven Beweise bei weitem nicht aus, um der Angeklagten Betrug nachweisen zu können. Zudem hatte man das Geschäft vergleichsweise rückgängig gemacht. Das Gericht fällte deshalb einen Freispruch. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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