Sa, 21. Juli 2018

"Noch nie gegeben"

27.05.2011 14:40

Medikamenten-Kosten der GKK um 1 Prozent gesunken

Die "Salzburger Medikamentenvereinbarung", wonach seit 2010 bei gleicher Wirkung von mehreren Arzneimitteln das jeweils kostengünstigere zu verordnen ist, wirkt - die Kosten der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) in diesem Bereich sind im vergangenen Jahr um rund eine Million Euro bzw. ein Prozent gesunken. Einen derartigen Rückgang "hat es in der Geschichte der SGKK vorher noch nie gegeben", teilte diese am Freitagnachmittag mit.

Eingespart werden konnte vor allem bei den Massenmedikamenten wie Cholesterin- oder Blutdruck-Senkern, nämlich insgesamt 4,4 Millionen Euro. Hier gebe es in vielen Fällen vergleichbare, therapeutisch geeignete Präparate. Bei jenen Arzneien, wo keine kostengünstigeren Alternativen auf dem Markt sind, verzeichnete die SGKK einen Anstieg der Kosten um 3,4 Millionen Euro. In diesen Bereich fallen hauptsächlich Medikamente zur Behandlung schwerer Erkrankungen wie beispielsweise Krebs.

"Dort sparen, wo es ohne Schaden möglich ist"
"Wir haben unser Ziel erreicht", stellte Kassen-Obmann Siegfried Schluckner fest: "Wir wollten dort sparen, wo es ohne Schaden für die Patienten möglich ist, um das Geld dort verwenden zu können, wo es für die Behandlung schwerer Krankheiten dringend nötig ist."

Zahlen betreffen Apotheken und Hausapotheken
Anfang März waren bei der Apothekertagung in Saalfelden noch andere Zahlen publiziert worden, für Salzburg wurde eine Kostensteigerung von 0,4 Prozent genannt. In diesen Zahlen sind allerdings nur die 77 Apotheken, nicht jedoch die 39 Hausapotheken von Allgemeinmedizinern enthalten. Rechnet man diese ein, ergibt sich die Einsparung von einem Prozent, so die GKK.

Keine Freunde mit der Vereinbarung zwischen GKK und Ärztekammer Salzburg hatte der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig), der dagegen auch gerichtlich vorging. Das Verfahren wurde Anfang der Vorwoche mit einem Vergleich beendet: Die Vereinbarung gibt es weiter, allerdings darf die Krankenkasse keine eigenen, vom Hauptverband abweichende Arzneimittel-Listen mehr erstellen oder vertreiben (siehe Infobox).

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