Mo, 24. September 2018

14,1 Prozent Plus

26.05.2011 17:31

Österreichische Exporte erreichen Rekordniveau

Die österreichischen Exporte werden heuer um 14,1 Prozent auf den Rekordwert von 125 Milliarden Euro zulegen, 2012 soll es ein weiteres Plus von 9,1 Prozent auf 136 Milliarden Euro geben. Das berichtete WKÖ-Chef Christoph Leitl am Donnerstag. Kleiner Wermutstropfen: Die Importe steigen ebenfalls auf Rekordwerte, die Handelsbilanz bleibt mit rund drei Milliarden Euro leicht im Minus.

"Die Exporte sind die Zugmaschine für die gute Entwicklung der österreichischen Wirtschaft", betonte Leitl. "Wir ziehen sechs von zehn Euro unseres Wohlstandes aus dem Export", sagte er im Rahmen des Exporttages bei der Vorstellung der aktualisierten WKÖ-Prognose für den heimischen Außenhandel. Es sei "erstaunlich", dass Österreich trotz starken Euros im internationalen Vergleich bei den Exporten so gut liege, so Leitl, der den Erfolg auf "intelligente Produkte" zurückführt.

Zwischen 1,15 Dollar und 1,30 Dollar je Euro hätten heimische Exporteure keine Probleme mit dem Wechselkurs, fügte Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaftsorganisation der WKÖ hinzu. Doch Anfang 2011 stiegen die heimischen Ausfuhren um rund 16 Prozent, obwohl der Wechselkurs in diesem Zeitraum oberhalb dieses Fensters lag. Leitl verwies darauf, dass Firmen auf kurzfristige Kursschwankungen nicht reagierten, erst bei dauerhaften Veränderungen würden sie gegenüber Schwellenländern ins Hintertreffen geraten.

WKÖ will Exporte breiter streuen
Die Wirtschaftskammer will die Exporte künftig regional breiter streuen. Der Anteil, der nach Übersee geht, in Länder "wo die Post abgeht", wie es Leitl formulierte, soll bis 2015 von derzeit 18 auf 25 Prozent steigen. Dazu werden WKÖ-Büros am Rande Europas ausgedünnt und die Posten nach Übersee verlegt. So wird es neue Niederlassungen in Doha, Rio de Janeiro und Chengdu (China) geben. Letztere wird im Juli eröffnet.

Neben Deutschland, wo noch immer 32 Prozent aller Ausfuhren hingehen, hob Koren Tschechien, Polen, Russland, China und Brasilien als wichtige Märkte hervor. In letzterem Land winken Geschäfte rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016, die Bedarf nach Infrastruktur aber auch für Know-how in den Bereichen Umwelt oder Fremdenverkehr hervorrufen. Deutliche Rückgänge der heimischen Ausfuhren gab es hingegen in Europas Problemländern: in Griechenland ein Minus von 16,1 Prozent, in Portugal ein Minus von 21,6 Prozent.

8,2 Milliarden Euro im Ausland investiert
Viel Geld investieren österreichische Firmen weiter im Ausland. 2010 waren es 8,2 Milliarden Euro für 1.000 Investitionen, heuer könnten es ähnlich viel sein, schätzt Koren. Wobei im Vorjahr die Türkei mit 1,3 Milliarden Euro Spitzenreiter war, gefolgt von Zypern, wohin 870 Millionen Euro aus Österreich flossen. Das seien vor allem Finanzanlagen, sagte Koren. In der Türkei hatte zuletzt die OMV eine Milliarde Euro in die Übernahme von Petrol Ofisi investiert. Österreich war 2010 größter Investor in Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Serbien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. In der Slowakei ergab sich Platz 2, in Tschechien und der Schweiz Platz 3, in der Ukraine Platz 4.

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