Di, 16. Oktober 2018

Prozess um Erbe

26.05.2011 10:03

Schwester soll Testament gefälscht haben

Ein Testament, sieben Erben und 100.000 € Bargeld – ein solches Verhältnis sorgt nicht selten für Unmut. In folgendem Fall soll dieser Unmut über die Erbaufteilung sogar zu einer Fälschung des Testamentes geführt haben. Die angeklagte Schwester des Verstorbenen schwört aber, sie sei als Alleinerbin bestimmt worden.

Alles begann mit einem "Fresszettel": Darauf stand angeblich der Letzte Wille des 2006 verstorbenen Bruders der Angeklagten. Mit diesen, in Blockbuchstaben gekritzelten Zeilen verfügte der schwerkranke Mann angeblich, dass die Schwester Alleinerbin von rund 100.000 Euro sei. Das Bargeld geht aus dem Verkauf des elterlichen Hauses im Jahr 2000 hervor.

Da der Bruder in Deutschland wohnte, wurde das Erbverfahren von einem bayerischen Gericht durchgeführt. Dort stellte man fest, dass die Unterschrift auf dem "Fresszettel"-Testament gefälscht sein könnte. Ein graphologisches Gutachten bestätigte dies zu 90 Prozent. Das Verfahren in Tirol wurde eingeleitet. Die Geschwister, die durch diesen Letzten Willen leer ausgegangen sind, erstatteten Anzeige. Der strafrechtliche Tatbestand lautet schwerer Betrug. Bis zu 10 Jahre Haft drohen der Unbescholtenen.

Unterschrift zu 90 Prozent gefälscht
Sie beschwört, dass ihr Bruder das Testament selbst verfasst und unterzeichnet habe. Zudem habe er ihr das erbgegenständliche Bargeld schon zu Lebzeiten mittels Sparbuch überschrieben. Aufgrund eines Streites gab sie ihm das Geld zurück, weil sie nicht als Erbschleicherin gelten wollte. Sie widersprach sich jedoch sehr häufig! Die Gutachterin hielt fest, dass das Testament gefälscht sei und die Unterschrift ebenfalls zu 90 Prozent. Der Prozess wurde vertagt.

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