So, 22. Juli 2018

Hanks und Roberts

29.06.2011 12:30

Forrest Gump küsst Erin Brokovich: "Larry Crowne"

Strebern, schwärmen, küssen: In der Romantikkomödie "Larry Crowne" (Kinostart: 30. Juni) drückt Tom Hanks als später Student bei Julia Roberts die Schulbank. Eine Reifeprüfung der besonderen Art!

Es gibt dieses sehr rare Lächeln, das die Leinwand perfekt ausleuchtet und das jedem Kinobesucher das Gefühl gibt, dieses einzigartige Strahlen gelte nur ihm allein. Audrey Hepburn konnte dieses höchst "exklusive" Lächeln anknipsen, und auch Julia Roberts weiß ihre Lippenmagie auf hinreißende Weise zu inszenieren. Pretty Womans "Tausend-Watt-Lachen" im Schaumbad schrieb Filmgeschichte.

Julia Roberts' Energie wirkt stets ungekünstelt. Erfrischend auch ihre entwaffnende Ehrlichkeit. Als sie den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle in "Erin Brockovich" erhielt, gab sie unumwunden zu: "Mein Herz schlug wie bei einem Kaninchen!"

Zuletzt bezauberte sie in der Bestsellerverfilmung "Eat Pray Love", wo sie eine neugierige Globetrotterin gab - und Fernweh in den Herzen ihrer Fans säte. Nun kehrt sie mit "Larry Crowne" in unsere Kinos zurück. Dass sich hinter dem unauffälligen US-amerikanischen Männernamen eines der romantischsten Zusammentreffen dieses Kinosommers verbirgt, nämlich eine erneute Zusammenarbeit des Stars mit Oscar-Preisträger Tom Hanks, der hierbei auch Regie führte, ist ein Besetzungsgeniestreich der Sonderklasse.

"Forrest" küsst "Erin"
"Forrest Gump" küsst "Erin Brockovich" witzelte die US-Presse bereits. Hanks spielt den titelgebenden Larry Crowne, einen Mann mittleren Alters, der seinen Job in einer Supermarktkette verliert und beschließt, an Bildung und Rhetorik zu feilen. Julia Roberts gibt seine Dozentin Mercedes, die in Kleinstgruppen unterrichtet und ihren Ehefrust in nur mäßig vitaminreichen Cocktails ertränkt.

Wie "Oldie" Larry mit Charme und perfekten Burgern in der Studentenclique punktet, eine weiblich inspirierte Rundüberholung seiner antiquierten Stylinggewohnheiten erfährt und schließlich Mercedes' Herz kapert, darf als gelungenes Zusammenspiel von Nähe, Dialogwitz und der richtigen Chemie gewertet werden. Eine wunderbar unaufgeregte Komödie über das Scheitern von Daseinsperspektiven und über die Kraft, wieder aufzustehen. Weil ein unwiderstehliches Lächeln, ein inniger Kuss Seelen-Botox pur sind, das alle grambedingten Furchen wieder glättet.

Apropos Chemie: Bereits in der brisanten Politsatire "Der Krieg des Charlie Wilson" standen die beiden Hollywood-Stars und Oscar-Preisträger gemeinsam vor der Kamera. Da gab Julia Roberts eine steinreiche texanische Salonlöwin und "Mata Hari", die mit dem US-Kongressabgeordneten Wilson - Tom Hanks - intime und bestens getimte Schäferstündchen pflegt und ihm, dem kühlen Manipulator eines gefährlichen Waffenpokers, als betuchte Geldgeberin und Venusfalle Joanne Herring auf sehr raffinierte Art einzuheizen weiß.

"Umarmungen wichtiger als Geld"
Julia Roberts hat die Balance zwischen Beruf und Familie gefunden. Die Mutter dreier Kinder setzt ganz entspannt auf ausgewählte Produktionen. Denn sie liebt ihre Arbeit. Nicht umsonst bekennt sie schwärmerisch: "Ich habe das Privileg, in meinen Filmen immer wieder eine andere sein zu dürfen." Dass sie ungleich mehr verdient als ihr Gatte, der Kameramann Daniel Moder - wir sprechen von einem geschätzten Jahreseinkommen von 20 Millionen Dollar -, ist für sie kein Thema. Denn Julia Roberts ist überzeugt: "Wenn Frauen Karriere machen und mehr zum Familieneinkommen beitragen, werden die Aufgaben in der Beziehung gerechter auf beide Partner verteilt. Umarmungen sind so viel wichtiger als alles Geld!"

Amüsant eine Szene, die als koketter Blickfang Anfang und Ende von Tom Hanks' Romantikkomödie "Larry Crowne" markiert. Da öffnet sich die Wagentür der schönen College-Lehrkraft und auf dem Asphalt werden grazile Pumps mit waffenscheinpflichtigen Absätzen platziert. Und dann erst kommen die Füße. Zarte, babyweiche Füße, die in die Schuhe schlüpfen, um für den Alltag gerüstet zu sein. Ist Tom Hanks gar ein Fußfetischist? Julia Roberts gibt zu, ebenfalls gern mit nackten Zehen hinter dem Lenkrad zu sitzen. High-Heels-schonende bloßfüßige Freiheit. Im Pantheon großer Schauspielerinnen hat sich der Publikumsliebling längst einen Platz erobert. Und Julia Roberts überrascht immer noch. Die perfekte Unvollendete!

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